„Metro“

Es hat lange gedauert. Es hat wirklich lange gedauert. In derselben Zeit haben andere Nationen in bisher nie dagewesener komplexer und gefährlicher Zusammenarbeit eine internationale Weltraumstation montiert. Natürlich ging es bei den endlosen Verzögerungen ebenso wenig um fehlendes Ingenieurswissen oder handwerkliches Können wie etwa beim „neuen“ Berliner Flughafen oder dem Stuttgarter Bahnhof. Auch hier  gingen Pleiten, Pech und Pannen natürlich auf das Konto der Politik. Aber was zum Schluss dabei herausgekommen ist, ist durchaus bemerkenswert. Die „Metro“ in Salvador entspricht gänzlich den internationalen Standards: Moderne gepflegte Zugwaggons, verlässliche, informative Durchsagen, Klimaanlage und Sicherheit. Es sind leider bisher nur zwei vergleichsweise kurze Linien, aber die funktionieren immerhin tadellos. Ein weiterer Ausbau ist in Planung und wird teilweise bereits realisiert.

So hat Salvador den Anschluss an die Modernität gefunden und dabei sogar ein paar der üblichen Probleme von Großstadt-U-Bahnen der alten Welt vermieden: Die Zugwaggons sind blitzsauber und nicht verschmiert mit den Bezeugungen einer jugendlichen Unkultur und man muss keine Angst haben, von irgendwelchen Gesellen angepöbelt oder sonstwie belästigt zu werden. Die Baianos nehmen ihre Sicherheit ernst, die Sicherheitsleute, adrette Männlein wie Weiblein, sind wirklich überall.

Das Wort Metro habe ich hier deswegen in Anführungsstriche gesetzt, da die Strecke größtenteils über eine Hochtrasse auf Stelzen verläuft wie eine S-Bahn. Nur zwei der Stationen verlaufen wirklich unter der Erde. Zumindest für den Touristen besser, denn so bekommt er etwas zu sehen, etwa auf der Fahrt zum Flughafen oder von dort ins Hotel. Auf den beiden Strecken die existieren, die beste Art sich fortzubewegen.

Gute Fahrt!

Stefan Zweig: „Brasilien, Land der Zukunft“

Wieder will ich hier für meine in der internationalen Presse diffamierte zweite Heimat eine Lanze brechen: Der österreichische Schriftsteller Stefan Zweig, der im Bundesstaat Rio de Janeiro verstorben ist, hat den Ausspruch getan, Brasilien sei das Land der Zukunft. In Brasilien wurde dies seither immer hoffnungsvoll dahingehend interpretiert, dass Brasilien sich in die Richtung der Länder der „ersten Welt“ entwickeln würde und diese aufgrund seiner immensen Größe und Bodenschätze gar noch überflügeln könnte. Vom durch die Weltkriege hinsichtlich Europas desillusionierten Autor Zweig, war dies jedoch so gemeint, dass Brasilien ein Vorbild für die anderen Länder der Erde sein solle und dieselben sich in Richtung auf Brasilien bewegen sollten. Und genau so scheint es nun auch zu geschehen: Während Brasilien in den letzten Jahren eine langsame, geringe Verbesserung des Lebensstandards erfahren hat, scheint tatsächlich in vielen anderen Ländern rapide das Gegenteil abzulaufen: In Bezug auf Korruption, Kriminalität, Misswirtschaft, Staatsquote und Staatsverschuldung nähern sich diese schnell an Brasilien an, so dass tatsächlich eine globale Entwicklung hin zu brasilianischen Verhältnissen zu beobachten ist. Nur verfügen die betreffenden Länder dabei nicht über die Vorzüge Brasiliens, wie tropische Landschaften, einen geruhsamen Lebensstil und schier unerschöpfliche Naturschätze.

Ich verschweige es nicht: Wie in vielen anderen Ländern ist leider auch hier in Brasilien eines der größten Probleme die Regulierungswut eines immer weiter anwachsenden Staates. Aber: Der amtierende Präsident Bolsonaro hat dies nach eigenen Bekundungen erkannt und ist redlich bemüht den Staat „rückzubauen“. Dass dieser und seine Myriaden Vertreter sich panisch mit allen Mitteln dagegen wehren überrascht nicht. Außerhalb Brasiliens wird dies in der Politik noch nicht einmal thematisiert, aber fast überall erlegen immer weiter ausgreifende Staaten ihren Bürgern viel zu hohe Steuern auf und behindern sie sowohl in der Ausübung ihrer wirtschaftlichen als auch persönlichen Freiheit. Der staatliche Umgang mit der Pandemie ist hierfür ein vorzügliches Exempel. Der Staat greift nun noch weiter in die Wirtschaft ein. Desaster ist vorprogrammiert. Beispiel Deutschland: Unternehmen wie die Lufthansa werden teilverstaatlicht. Lassen Sie sich das einmal auf der Zunge zergehen: der unfähige Staat, der noch nicht einmal in der Lage ist, einen Flughafen oder Bahnhof zu bauen, wird Europas größte Fluggesellschaft mitbetreiben! – Sie wissen, worauf ich hinaus will.

Ich möchte es daher wiederholen: NICHTS ist alternativlos. In der Vergangenheit gab es schon viel deutschsprachige Einwanderung nach Brasilien und für die Einwanderer war es meist ein Erfolg. Brasilien bietet derzeit günstige Voraussetzungen für den Absprung. Immobilien sind so billig wie das letzte Mal vor fünfundzwanzig Jahren. Die Einwanderungsgesetze sind vergleichsweise liberal. Zumindest noch. Eine Völkerwanderung ist im Gange und wie lange es dauern wird, bis Brasilien sich an Australien ein Beispiel nimmt, vermag niemand zu sagen

Ich möchte Ihren Überlegungen am Beispiel Salvador anschauliche Nahrung geben:

Im wegen seiner Strandnähe und zentralen Lage bei Ausländern beliebten Stadtteil „Barra“ kostet derzeit ein Appartement mittleren bis gehobenen Standards mit zwei Schlafzimmern und Garage ca. € 85.000,-. In „Rio Vermelho“ mit denselben Qualitäten was den Stadtteil angeht, kostet ein solches Objekt derzeit ca. € 52.400,- und in „Itapoan“ ca. € 46.700,-. Die ebenfalls beliebten Standorte etwas außerhalb, „Vilas de Atlântico“ und „Lauro de Freitas“, bieten solche Objekte für ca. € 68.700,- und ca. € 43.900,- respektive.

Kaufen Sie im ärmeren, aber landschaftlich schönen und gering besiedelten Nordosten Brasiliens eine (oder mehrere) Immobile(n) im (Gesamt-)Wert von R$ 700.000,- (€ 114.500,-), erhalten Sie unbürokratisch die Daueraufenthaltserlaubnis obendrauf. Das gilt für die ganze Familie, wenn man weiß wie’s geht. Um eine Immobilie zu erwerben, müssen Sie noch nicht einmal hier vor Ort sein. Mittels Vollmacht kaufen Sie bequem von zuhause aus.

Sagen Sie nicht, Sie hätten es nicht gewusst…

Grünes Gold – Chancen in Brasilien

Uns stehen schwere Zeiten bevor. Das dürfte jedermann klar sein, ob er nun an die staatlich kolportierte Corona-Gefährlichkeit glaubt oder nicht. Die Weltwirtschaft bricht massiv ein und sie lag schon vorher im Argen. Durch frappierende Misswirtschaft der jeweiligen Regierungen waren die Länder auch ohne gigantische Hilfspakete bereits massiv verschuldet. Das durch korrupte Banker manipulierte Weltfinanzsystem war auch ohne Corona bereits zum Untergang verurteilt. Corona wirkt nun wie ein Brandbeschleuniger in einem Haus das bereits lichterloh in Flammen stand. Ich werde diese Behauptungen hier nicht im Einzelnen belegen, denn die detaillierten Informationen dazu sind überall im Internet zu finden. Noch sind sie zugänglich und wer will, kann sich informieren. Ich stelle sie einfach mal so in den Raum. Wer sich angesprochen fühlt, weiß wohin die Reise geht.

Mir geht es darum, Brasilien als die Chance darzustellen, die dieses fantastische Ausnahmeland ist. Ich habe diesen Blog ins Leben gerufen, da mir die internationale Berichterstattung über Brasilien schlichtweg unfair vorkam. In Bezug auf den längst wieder auf freien Fuß gesetzten Lula und seine weiterhin starke PT war sie viel zu unkritisch. In Bezug auf den politisch ziemlich alleine sehenden Bolsonaro wiederum viel zu negativ. Dieser Eindruck hat sich seitdem weiter verstärkt und es spitzt sich zu: Da den Regierenden wie immer das Volk völlig egal ist, wird auch in Brasilien, ebenso wie in den USA, das Corona-Virus zum Vorwand für eine politische Auseinandersetzung zwischen Regierung und Opposition missbraucht. Es geht um Macht und Einfluss. Es geht um den Zugang zu den staatlichen Fleischtöpfen. Es geht um Geld.

Worum es nicht geht, ist Leben zu retten. Denn läge den brasilianischen Politkern tatsächlich daran, das Leben und die Gesundheit ihrer Bürger zu schützen, so hätten sie schon längst den Verkauf von Motorrädern verboten. Trotz aller reißerisch aufgemachten Berichte über die ach so schlimme Kriminalität und Gewalt in Brasilien, sterben bei Weitem die meisten jungen brasilianischen Männer nämlich an Motorradunfällen. Viele der Überlebenden bleiben zeitlebens arbeitsunfähige Krüppel. Der Schaden für die Volkswirtschaft ist immens, wird aber problemlos toleriert.

Ich möchte klarstellen, dass ich nicht der Ansicht bin, der Staat sollte den Verkauf von Motorrädern verbieten. Vielmehr bin ich der Ansicht, dass der Staat sich aus den Angelegenheiten seiner Bürger, in die er sich täglich immer dreister einmischt, weitgehend heraushalten sollte. Ich bin ein Verfechter des diskreten, zurückhaltenden Staates, der seinen Bürgern ein Maximum an Freiheiten garantiert. Ein Konzept, das sich in fast allen westlichen Verfassungen findet, aber leider schon lange verloren ging und weiterhin verloren geht. Corona beschleunigt auch diese düstere weltweite Entwicklung. Die Erwähnung der realen Gefahr, die von Motorrädern ausgeht, sollte hier nur zur Veranschaulichung dienen, dass von der Politik auch hinsichtlich Corona mal wieder andere Interessen verfolgt werden als behauptet.

Die kürzlich verübte Veruntreuung von 49 Millionen Reais durch ein Konsortium von Gouverneuren im armen Nordosten des Landes, weist in dieselbe Richtung: Unter dem Vorwand, Beatmungsgeräte erwerben zu wollen, wurde dem staatlichen Gesundheitssektor in einer Pandemie mal so eben diese Riesensumme entzogen. Sie können es einfach nicht lassen. Das Geld ist weg, juristische Konsequenzen lassen auf sich warten. In Rio, São Paulo und diversen anderen Bundesstaaten geschieht natürlich dasselbe.

In Brasilien ist die Opposition derzeit sehr stark, sie stellt viele der Gouverneure in den Bundesstaaten, insbesondere im Nordosten, und viele der Bürgermeister in den Gemeinden. Sie dominiert den Kongress und Senat. Das Bundesverfassungsgericht setzt sich überwiegend aus Richtern zusammen, die in der PT-Zeit in ihre lukrativen Ämter gehievt wurden. Der Präsident hingegen ist schwach, viel schwächer etwa als in den USA, ohne Rückhalt im Parlament kann er nur sehr wenig bewegen. Dies war auch der Grund, warum eine der ersten Amtshandlungen des vielgerühmten Lula der sogenannte „Mensalão“ war, der großangelegte Kauf der Stimmen von Abgeordneten im Parlament für seine Politik.

Entsprechend dieser Kräfteverhältnisse machen die Gouverneure und Bürgermeister hinsichtlich Corona in ihren Bundesländern und Gemeinden was sie wollen, ohne dass der Präsident den geringsten Einfluss darauf nehmen könnte. Dennoch wird Bolsonaro in der internationalen Presse die Schuld für alles was in Brasilien angeblich passiert in die Schuhe geschoben. Erklärtermaßen glaubt er nicht an die gesteigerte Gefährlichkeit des Corona-Virus und damit steht er nicht alleine, sondern befindet sich in der Gesellschaft von namhaften Wissenschaftlern, darunter sogar Nobelpreisträger. Die Wirksamkeit des von ihm zur Behandlung vorgeschlagenen Medikaments wurde bestätigt. Ignorant ist er also nicht. Und obwohl er die Lage völlig anders bewertet, hat er dennoch ohne zu zögern Bundesmittel freigegeben, mit denen die Regionalfürsten nun ihre Lock-Downs finanzieren, die fragile Wirtschaft zertrümmern und ihre Bürger damit der Lebensgrundlage berauben.

Worauf ich hinaus will? Die Berichterstattung über Brasilien ist tendenziös. Sie zeichnet bewusst ein falsches Bild. Sie soll abschrecken.

Hier eine kleine Zusammenstellung dessen, was man Ihnen verschweigt: Brasilien verfügt über riesige Agrarflächen, viele davon in den Subtropen ohne Winter und mit mehreren Ernten pro Jahr. Zudem verfügt es über die größten Süßwasserreserven der Welt. Die wichtige Agroindustrie boomt. Es wird eine Ernte von 250 Millionen Tonnen Getreide erwartet. Brasilien kann seine Bevölkerung mit Leichtigkeit ohne jede Hilfe von außen ernähren und ist außerdem einer der größten Exporteure der Welt von Fleisch, Geflügel, Kaffee, Säften und Soja. Auf 8000 km Küste wird Fischfang betrieben. Brasilien hat eine relativ junge Bevölkerung und ist im Vergleich zum Weltstandard unterbevölkert. Militärische Konflikte mit den Nachbarn oder Rebellengruppen gibt es nicht und sind auch nicht zu erwarten. Es gibt im Gegensatz zu den USA keine nennenswerten Rassenkonflikte. Brasilien wird nicht von Naturkatastrophen heimgesucht. Keine Erdbeben, Vulkane, Kontinentalspalten, Wirbelstürme, Überschwemmungen und dergleichen. Brasilien ist, was seine Energieversorgung anbetrifft, unabhängig. Es verfügt über Erdöl, Erdgas, Kohle und Wasserkraft. Ein ansehnlicher Teil des Treibstoffs seiner nationalen Fahrzeugflotte besteht zudem aus Ethanol, gewonnen aus im Land angebautem Zuckerrohr. Brasilien ist also immens reich an Sachwerten. Meine Einschätzung: Bei einer rasant steigenden Weltbevölkerung, die bereits eine neue Völkerwanderung ausgelöst hat, wird es in Zukunft wohl immer mehr um das „Grüne Gold“ gehen.

Es gibt auch unter Anlageberatern Stimmen, die aufgrund der derzeitigen besonders hohen Unsicherheiten in Bezug auf Börse, Wirtschaft und Politik zum Kauf von landwirtschaftlichen Immobilien raten. Dahinter steckt, ähnlich wie bei Gold, die Einschätzung, dass produktive Landwirtschaftsflächen immer einen Wert besaßen, der zwar mal höher, mal niedriger war, aber eben niemals Null. Totalverlust scheint ausgeschlossen, was für die meisten anderen Asset-Klassen wohl nicht gilt. Obwohl selbst kein Anlageberater, verfolge ich solche Einschätzungen mit Interesse und sie leuchten mir ein: Bei einer immer weiter wachsenden Menschheit scheinen die Ressourcen Wasser und fruchtbares Land, die für eine produktive Landwirtschaft Bedingung sind, einen steigenden Wert zu versprechen. Man kann unter diesen Umständen wohl davon ausgehen, dass die von ihr produzierten Nahrungs- und Futtermittel immer gefragter werden.

Nun verhält es sich so, dass Brasilien über eines der größten Angebote an landwirtschaftlich nutzbaren Immobilien auf der ganzen Welt verfügt. Es wird viel angeboten und das günstig. Durch den aktuellen Kurs für Ausländer sogar besonders günstig.

Einige unserer Mandanten halten größere Höfe („sogenannte „Fazendas“) von vielen Hundert Hektar und lassen diese bewirtschaften. Eine der Bewirtschaftungsvarianten die mit dem geringsten Aufwand verbunden ist, ist die Rinderzucht auf Weideland.

Allerdings sehen die brasilianischen Gesetze Beschränkungen für den Erwerb von landwirtschaftlichen Grundstücken durch Ausländer vor, abhängig von der Größe, der betreffenden Gemeinde und der Nutzungsart. Vereinfacht lässt sich aber sagen, dass der Erwerb in den meisten Fällen dennoch möglich ist, wenn man weiß wie es geht.

Akademische Laufbahn in Brasilien

Wie den wenigsten Ausländern bewußt ist, bietet Brasilien ausländischen akademischen Kräften die Möglichkeit, über die Teilnahme an einer staatlichen Ausschreibung in den Staatsdienst zu gelangen. Die Teilnahme an einem solchen „concurso público“, wie überhaupt die Aufnahme in den Staatsdienst, ist Ausländern normalerweise untersagt, denn die brasilianische Staatsbürgerschaft ist hierfür Voraussetzung. Bei der genannten Möglichkeit für Akademiker an staatlichen Universitäten handelt es sich um eine Ausnahme hiervon, um ausländische Professoren und Dozenten in brasilianische Hochschulen zu locken.

Die zukünftige akademische Kraft beantragt entweder zunächst ein auf drei Jahre befristetes Studentenvisum, nimmt dann an diversen „concursos públicos“ (staatlichen Stellenausschreibungen) teil und kann dann bei Einstellung eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis mit Arbeitserlaubnis erhalten. Der Weg über das vorgehende Studentenvisum ist interessant für solche Kandidaten, die zunächst ein Austauschstudium oder eine Doktorarbeit machen wollen. Es ist aber auch möglich, gezielt für die Teilnahme am „concurso público“ lediglich mit einem Touristenvisum einzureisen. Wie dies im Einzelfall gehandhabt wird, ergibt sich aus den entsprechenden Angaben im „Edital“. Dies sind die im Gesetzblatt veröffentlichten Bestimmungen für die jeweilige Ausschreibung. Staatliche Universitäten des Bundes veröffentlichen diese Bestimmungen im „Diário Oficial da União“ (vergleichbar in Deutschland in etwa mit dem Bundesgesetzblatt) und staatliche Universitäten eines der Bundesstaaten veröffentlichen diese Bestimmungen im „Diário Oficial do Estado…“, also im Gesetzblatt des jeweiligen Bundesstaates. Die Ausschreibungen samt Bestimmungen werden zumeist auch auf den Webseiten der betreffenden Universitäten veröffentlicht.

Wegen der geringeren Nachfrage läßt sich verallgemeinernd sagen, daß die „concursos públicos“ für die brasilianischen Bundesstaaten im Nordosten wesentlich einfacher zu bestehen sind als solche für Universitäten im Süden. Da jedoch alle diese Stellen bei verhältnismäßig geringem Arbeitsaufwand gut besoldet sind, handelt es sich hier eindeutig um einen privilegierten Sonderweg für Akademiker, der nur wenigen bekannt ist.

Der zusätzliche Erwerb einer brasilianischen Staatsbürgerschaft, auch in der Form einer Doppelstaatsbürgerschaft, ist dann frühestens nach 10 Jahren für die sogenannte ordentliche Einbürgerung oder 15 Jahren für die außerordentliche Einbürgerung möglich. Der Unterschied liegt hier bei den Voraussetzungen, die für die außerordentliche Einbürgerung geringer sind.

Lockdown

Derzeit befindet sich auch Brasilien im „Lockdown“. Aufgrund des anhaltenden schlechten Wetters in der Regenzeit, ist dies jedoch ein Zustand, der die meisten Einwohner von Salvador gefühlt noch wenig einschränkt. Da sie die meiste Zeit des Jahres an überwiegend sonniges Wetter gewöhnt sind, hätten sich die meisten der Baianos momentan ohnehin zu Hause befunden. Die europäische Art, mit der richtigen Kleidung und Regenschirm bewaffnet, auch bei schlechtem Wetter allerhand Aktivitäten nachzugehen, ist nicht Sache der Baianos. Die einzige Ausnahme von dieser Regel stellt São João dar, das Junifest, das auch dann ausgelassen gefeiert wird, wenn es Hunde und Katzen hagelt. Für dieses Jahr wurde es allerdings abgesagt…

Die verheerenden Auswirkungen auf die Wirtschaft stehen noch in vermeintlich ferner Zukunft, noch trägt man Maske und wäscht sich die Hände. Oder man steht, enggedrängt, vor der Staatsbank in langen Schlangen, um die staatliche Überbrückungshilfe in Empfang zu nehmen. Die gesundheitlichen Aspekte stehen derzeit im Vordergrund, bei den staatlich Bediensteten ja sowieso, auch wenn schon viele Menschen ihre Arbeitsstelle verloren haben.

Bei den Unterstützern des Präsidenten im Amt regt sich allerdings seit geraumer Zeit Widerstand, sie befürchten, wie Jair Bolsonaro auch selbst in diversen Verlautbarungen immer wieder betonte, eine weitere Vereinnahmung der Wirtschaft und Zivilgesellschaft durch den Staat. Das dahinsiechende Nachbarland Venezuela ist für die Brasilianer ein anschauliches Schreckgespenst, zusammen mit China, Kuba und Nordkorea ist es abschreckendes Beispiel für Staaten, die sich linke Ideologien auf die Fahne geschrieben haben. Das Problem dieser Ideologien, sei es nun im Gewand des Kommunismus oder des Sozialismus verschiedenster Schattierungen, ist, daß sie von einem falschen Menschenbild ausgehen. Wenn der Mensch sich dann zum Verdruß der Ideologen nicht so verhält wie gewünscht, muß der Staat einschreiten, als legitimer Vertreter des Kollektivs. Linke Ideologien neigen daher dazu, den Staat über Gebühr in die Angelegenheiten des Bürgers eingreifen zu lassen. Genau davor haben Bolsonaros Unterstützer Angst. Sie bevorzugen stattdessen ein Staatswesen, das den Bürger und seine individuellen Freiheiten in den Vordergrund rückt, nicht den Staatsapparat. Wie ich bereits mehrfach klargestellt habe, ist Jair Bolsonaro ein langjähriger Berufspolitiker und seinen Beteuerungen deshalb schon aus Prinzip kein Glauben zu schenken. Es ist aufgrund der institutionellen Gegebenheiten des brasilianischen Staatswesens zudem äußerst zweifelhaft, ob er auch nur einen Bruchteil dessen verwirklichen kann, was er bisher angekündigt hat. Was aber von Bedeutung ist, ist daß seine Wahl 2018 eine bewußte Abkehr des brasilianischen Volkes von der in Brasilien unter Lula und seiner „Arbeiterpartei“ einreißenden linken Ideologie bedeutet. Das alleine ist aus meiner Sicht ja schon viel wert.

Zur Zeit setzen die Gouverneure und Bürgermeister der meisten brasilianischen Staaten die diversen Zwangsmaßnahmen aber noch nach Gutdünken durch. Was hat sich also seit der Pandemie geändert, das für Ausländer relevant sein könnte:

  • Der Real hat stark an Wert verloren, momentan steht er bei fast 6,2 zum Euro, ein historisches Tief, das Einkaufen in Brasilien aus der Sicht von Ausländern wieder preiswert gestaltet.
  • Es besteht keinerlei Nachfrage nach Immobilien, was den potentiellen Käufer sehr begünstigt. Besonders stark betroffen sind derzeit natürlich gewerbliche Immobilien, wie Büros, Fertigungshallen, Ladenräume etc. Man darf davon ausgehen, daß brasilianische Immobilien, die nach dem Platzen der Immobilienblase aus der PT-Zeit ohnehin rund 30 % an Wert verloren haben, in der Zukunft noch weiter nachgeben werden. Allerdings wird das weit weniger für solche Immobilien gelten, die wegen ihrer erstklassigen Lage oder hohem Grad an Luxus, beziehungsweise besonders hochwertiger Verarbeitung zu den 1A-Objekten gehören. Wie vergangene Krisen, zuletzt etwa die von 2008, gezeigt haben, halten sich derartige Immobilien auch in schwierigem wirtschaftlichem Umfeld recht gut.
  • Brasilien greift nun erstmals zu einem „Allheilmittel“, das die Amerikaner, Europäer und Japaner bereits mehrfach erfolglos getestet haben und noch immer testen: Auch hier soll nun „Quantitative Easing“, also das Überschütten des Marktes durch die Zentralbank mit frisch aus dem Nichts geschaffenen Geld, die angeschlagenen Sektoren der Wirtschaft (und das sind fast alle) über Wasser halten. Die logische Folge von mehr Geld durch QE im Verhältnis zu weniger Produkten wegen Weltwirtschaftsstopp, wäre eine steigende Inflation. Aber die Gesetze der Märkte scheinen ja durch immer massivere staatliche Interventionen seit 2008 außer Kraft gesetzt zu sein. Mit Inflation hätten die Brasilianer jedenfalls Erfahrung und diese zeigt, daß Inflation Menschen mit Devisen, wie etwa Ausländer, stark bevorzugt.

Das wird alles noch sehr spannend. Warten wir´s ab. Jedenfalls gibt es nach wie vor Flüge nach Brasilien und keine Quarantänemaßnahmen für Einreisende.

Kommentare und Anregungen erwünscht!

Wer es wissen will, weiß: Die Freiheit der Meinungsäußerung wird nicht nur in China und Nordkorea massiv eingeschränkt. Auch in den sogenannten westlichen Demokratien lassen es sich die Herrschenden nicht nehmen, ihre Untergebenen daran zu hindern, ihnen lästige Kritik zu verbreiten. In den letzten Jahren erwies sich die von den Bürgern immer weniger beachtete Presse für die meisten Regierungen kaum noch als ernsthafte Herausforderung ihrer etablierten Macht. Daher richtet sich die Aufmerksamkeit der staatlichen Zensoren nun verstärkt auf das Internet, in dem sich insbesondere über die mannigfaltigen sozialen Medien eine neue Plattform auch für unliebsame regierungskritische Meinungen etabliert hat. Wie leider allzuoft, waren auch hier die USA wieder Vorreiter einer äußerst schädlichen Entwicklung: Längst sind die dortigen „hate crimes“, ungenau formulierte neue Vergehen, zu einem Instrumentarium der Meinungszensur geworden, Andersdenkende werden gezielt und noch nicht einmal besonders subtil zum Schweigen gebracht.

Im derzeit herrschenden politischen und rechtlichen Umfeld, würde die Zulassung von Kommentaren in diesem Blog aufgrund der gesetzlichen Vorschriften zur Kontrolle etwaiger unliebsamer Kommentarinhalte daher für uns einen hohen Verwaltungsaufwand bedeuten. Wir haben weder Zeit noch Lust, täglich oder gar stündlich Kommentare zu kontrollieren und Unangemessenes zu löschen. Daher ist die Kommentarfunktion dieses Blogs abgeschaltet. Das heißt aber mitnichten, daß wir kein Interesse an Ihren Kommentaren oder Anregungen haben. Sie können gerne mit uns in Kontakt treten, um uns Ihre Meinung zu den hier von uns behandelten Themen mitzuteilen und uns Anregungen zu Themen zu geben, die Sie interessieren würden. Allerdings müssen die Vorschläge sich im Rahmen der hier in diesem Blog behandelten Stoffe halten. Selbstverständlich sind wir auch für Ihre rechtlichen Fragen stets erreichbar! Rufen Sie uns an, schicken Sie eine Nachricht über whatsapp  oder schreiben Sie uns eine Mail:

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Die brasilianische Verwaltung

Anders als in Deutschland, wo Mutter zwischen den Einkäufen und dem Abholen der Kinder vom Kindergarten schnell noch im Rathaus vorbeischaut, um sich beispielsweise eine Geburtsurkunde ausstellen zu lassen, ist der Gang zu den Behörden in Brasilien oft ein steiniger. Lange Schlangen in muffigen Behördenfluren sind leider an der Tagesordnung. Viel zu oft hat der Beamte oder Angestellte keine ausreichende Sachkenntnis, um zu wissen, wie das vorliegende bürokratische Problem gelöst werden kann, vom mangelnden Leistungswillen ganz zu schweigen. Für den Ausländer kommen als zusätzliche Schwierigkeiten die Sprachbarriere und die völlige Unkenntnis der örtlichen Gepflogenheiten hinzu sowie, insbesondere bei Touristen, die für solche Unterfangen fehlende Zeit.

Allerdings muß der Fairness halber auch erwähnt werden, daß sich in Form der sogenannten „SAC“ in den großen Einkaufszentren der Großstädte moderne behördliche Einrichtungen angesiedelt haben, die an einem einzigen Ort ausgewählte bürokratische Standardprozedere verschiedener Behördenzweige, wie zum Beispiel die Ausstellung und Verlängerung von Pässen, Personalausweisen, Führerscheinen und dergleichen, erfreulich effizient abwickeln. Da die Auseinandersetzung mit der Verwaltung aber, von diesen löblichen Ausnahmen einmal abgesehen, grundsätzlich für jedermann unangenehm ist, hat sich in Brasilien eine Berufsgruppe herausgebildet, die solche Gänge übernimmt: der „Despachante“. Er kennt den Behördenzweig in dem er seine Aktivitäten entfaltet meist gut, kennt die Angestellten in den betreffenden Ämtern persönlich, was zu bevorzugter Abfertigung führen kann, und hat vom erforderlichen Verwaltungsverfahren oft mehr Kenntnis als die Angestellten selbst. Die Despachantes stellen also oft eine für den Ausländer gangbare Alternative im Umgang mit Behördenproblemen dar.

Bei komplexen bürokratischen Vorgängen, wie etwa der Beantragung von Baugenehmigungen, der Abwicklung eines Immobilienerwerbs, der Beantragung einer Aufenthaltserlaubnis, der Gründung oder Schließung einer Firma etc. wird Ihnen aber ein Anwalt, oft in Zusammenarbeit mit einem Despachante, zur Seite stehen müssen.

Brasilianische Justiz und Gerichtswesen

Wie es auf fast alle staatlichen Strukturen der ganzen Welt zutrifft, ist auch in Brasilien die Justiz eher ein Problem als die Lösung. Damit will ich nicht sagen, daß die Justiz überhaupt nicht funktioniert: Es kommt zu Urteilen, die meisten davon recht vernünftig. Auch die Vollstreckung derselben ist bei vorhandenem Vermögen des Unterlegenen durchaus möglich. Gar vorbildlich ist, daß immer mehr der Gerichtsverfahren in Brasilien digital über spezifische Internetplattformen der Justiz geführt werden, sogenannte „digitale Prozesse“. Das Problem liegt aber bei den langen Gerichtslaufzeiten. Diese sind einerseits darauf zurückzuführen, daß es sich sowohl die Richterinnen und Richter als auch die Justizangestellten auf einem auf üppige Versorgung ohne Leistungsanreize ausgelegten Besoldungs-system bequem machen können, anderseits liegt es an der Fülle von prozessualen Möglichkeiten die unterschiedlichsten Rechtsmittel einzulegen, die die Verfahren verschleppen. Es kommt also wesentlich darauf an, Rechtsstreitigkeiten vor Gericht zu vermeiden! Jeder vernünftige Anwalt in jedem Land wird Ihnen dies ohnehin sagen, aber in Brasilien mit seinen übertrieben langen Gerichtslaufzeiten gilt dies um so mehr. Sie müssen also alle Ihre persönlichen und unternehmerischen Schritte so planen und ausführen, daß spätere Rechtstreitigkeiten möglichst vermieden werden. Dabei können wir Ihnen behilflich sein.

Natürlich ist es zuweilen auch bei umsichtigem und informiertem Verhalten nicht möglich, den Gang vor die Gerichte zu vermeiden. Dann muß er mangels realistischer Alternativen getan werden. Aber nur dann, und Sie würden sich wundern, wie wenig die meisten Menschen ihre Aktivitäten tatsächlich daran ausrichten, Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden. Fragen Sie uns, was es bei persönlichen wie geschäftlichen Unterfangen in Brasilien zu beachten, zu tun und zu vermeiden gibt, bevor Sie es tun, genau dafür sind wir da.

Ein neuer Ansatz für diesen Blog

Aus der Sicht eines deutschen Rechtsanwalts und brasilianischen „consultor jurídico do direito alemão“ (Rechtsberaters für das deutsche Recht) der in Brasilien lebt und arbeitet, habe ich am 12. März 2018 damit begonnen, angegliedert an die Webseite unserer Kanzlei, einen Blog über die gegenwärtigen brasilianischen Verhältnisse zu schreiben. Dies hauptsächlich aus zwei Gründen:

Zum einen, weil in den letzten zehn Jahren das Interesse der ausländischen Touristen an Brasilien stetig nachgelassen hat, aber diese Gruppe über lange Jahre die hauptsächliche Mandantschaft unserer Kanzlei stellte, für die ich seit nunmehr 22 Jahren arbeite. Ihr Ausbleiben ist ein Problem für uns und ich wollte dieses Interesse neu beleben,

zum anderen, weil ich ehrlich an Basilien als realistische Alternative zu den meisten anderen Ländern in der westlichen Welt glaube und der Ansicht bin, daß Brasilien von der internationalen Presse, insbesondere nach der Wahl Jaír Bolsonaros zum Präsidenten, doch sehr stiefmütterlich behandelt wird. Daher wollte ich eine Gegenstimme bieten.

Die Zeitleiste meines Blogs zeigt, daß ich seit dem 13. Januar 2019 nichts mehr veröffentlicht habe. Dies war jedoch nicht auf Schreibhemmung oder Faulheit zurückzuführen, sondern darauf, daß ich aufgrund meiner oben erwähnten Vorgaben und Interessen vor der Schwierigkeit stand, etwas Positives über mein Gastland sagen zu wollen und das ist zugegebenermaßen nicht so einfach. (Was für Brasilien spricht, hier.) Inzwischen habe ich aber erkannt, daß dies der falsche Ansatz war. Ich habe mir folgende Frage gestellt: Was könnte überhaupt jemanden an einem solchen Blog interessieren? Was ist es, das nur ich in meinem Blog einem an Brasilien interessierten Leser anzubieten habe?

Nun, sicherlich die Tatsache, daß ich eine intime Kenntnis der hiesigen Verhältnisse habe: Ich lebe seit über 24 Jahren durchgehend in Brasilien und spreche die portugiesische Sprache fließend. Ich war wirtschaftlich insofern erfolgreich, als ich ohne Eigenmittel hier ankam – ich hatte stattdessen 5.000,- US-Dollar Schulden bei einem Freund – und inzwischen über ausreichend Vermögen verfüge, um dem Alter relativ entspannt entgegensehen zu können. Ich bin mit meiner Zulassung zur brasilianischen Anwaltskammer seit 2009 und der 2017 zusätzlich erworbenen brasilianischen Staatsbürgerschaft bestens in die hiesige Gesellschaft integriert. Ich habe selbst Immobilien erworben und im Rahmen meiner Tätigkeit auch vielen anderen dabei geholfen dies zu tun. Ich war und bin Arbeitgeber und habe außer meinem beruflichen Fachwissen zum Arbeitsrecht auch eigene Erfahrung mit der Einstellung und Entlassung von Mitarbeitern und den damit einhergehenden rechtlichen Fallstricken. Als Geschäftsführer einer brasilianischen Firma mit 100% ausländischem Kapital kenne ich das hiesige Unternehmertum und auch die Bürokratie mit der der Staat die geschäftliche Entfaltung hemmt. Über meine Tätigkeit in der Kanzlei habe ich eine umfassende Kenntnis der Mechanismen der Verwaltung und des inneren Gefüges des brasilianischen Rechtswesens und seiner Gerichte. Ich bin seit sieben Jahren mit einer Brasilianerin verheiratet, was mir Einblick in die hiesigen Familienverhältnisse gibt. Natürlich hatte ich diesen Einblick auch schon seit 1992 über meine erste Frau und die darauffolgenden langjährigen Beziehungen mit brasilianischen Partnerinnen. Brasilianer sind Familienmenschen und man findet schnell Anschluß. Daß dies auch zu Problemen führen kann, versteht sich von selbst. Überhaupt kann jede Unternehmung zu Problemen führen, wenn man nicht genügend darüber weiß. Und das ist genau der Punkt: Hier liegt der Mehrwert dieses Blogs und unserer Kanzlei. – Wir können Ihnen dabei helfen, die meisten Arten von Problemen zu vermeiden, vor denen Sie stehen werden, wenn Sie nach Brasilien kommen. Insbesondere die berüchtigten Anfängerprobleme von Ausländern. Der alte Spruch: „Was muß man tun, um in Brasilien zu einem kleinen Vermögen zu kommen? – Man muß ein großes mitbringen!“ hat durchaus seine Berechtigung. Man kann hier viel falschmachen und Brasilien verzeiht nichts. Kein kuscheliges soziales Auffangnetz, wie in Europa oder auch den USA, steht bereit. Aber wie lange wird es das in EU/ USA noch geben, so wie es derzeit überstrapaziert wird? Wie sicher sind die Renten, das Gesundheitswesen, all die anderen scheinbaren Vorteile dieser Sozialstaaten? Die Tendenz ist allgemein bekannt.

Ich habe bei diesem Blog eine neue Perspektive eingenommen: Ich kann nicht dafür sorgen, daß wieder mehr Ausländer nach Brasilien kommen, obwohl ich daran glaube, daß das Interesse schon bald wieder zunehmen wird, weil sich die Verhältnisse in Europa und den USA rasant zum Schlechteren entwickeln, was Brasilien, das klassische Einwanderungs-land, wieder in einem angenehmeren (und faireren) Licht erscheinen lassen wird. Doch auf diese globalen Entwicklungen habe ich natürlich keinen Einfluß, der Blog, Werbung oder die Tätigkeit der Kanzlei ändern daran nichts. Was ich aber tun kann, ist denjenigen zu helfen, die Brasilien bereits für sich entdeckt haben. Ich kenne die Tücken, die Fehler und Schwächen Brasiliens und damit die Gefahren für Ausländer aus der spezifischen Sicht eines Ausländers. Ich bin insofern ein Spezialist und biete Ihnen sowohl mit diesem Blog als auch mit der Tätigkeit unserer Kanzlei dieses Expertenwissen zur Vermeidung unnötiger Fehler an. Es geht mir in diesem Blog nicht mehr darum, das Positive herauszustellen, was bei der derzeitig unfairen Berichterstattung in den Medien durchaus nötig ist, sondern Rechenschaft über die Fallstricke abzulegen.

In den folgenden Beiträgen werde ich solche behandeln.

Gesetzesnovelle: Verbesserte Einwanderungsmöglichkeiten nach Brasilien!

In Zeiten, in denen in Europa die Lebensumstände aufgrund ungeregelter Massenzuwanderung und der damit verbundenen immensen Kosten für Unterbringung, Sozial- und Gesundheitswesen immer schwieriger werden, hat Brasilien ein Zeichen gesetzt. Während insbesondere in Deutschland, Frankreich, England und Schweden die Völker unter Kriminalität und Überfremdung ächzen, hat in Brasilien eine kürzlich in Kraft getretene Gesetzesnovelle die Einwanderung erleichtert.

Daß die politische Führung der obengenannten Länder diese im Volk zunehmend verbreitete Einschätzung nicht teilen will, ist nachvollziehbar, schließlich hat sie die Zustände durch ihre verantwortungslose „laissez faire“ Politik erst verursacht. Auch wenn es die Politik nicht wahrhaben will: Angesichts der neuen Zustände verlassen viele Bürger, die es sich aufgrund ihres Ausbildungsstandes oder finanziellen Ausstattung erlauben können, ernüchtert ihr Heimatland. In Deutschland zum Beispiel, kehren zunehmend Ärzte ihrem Geburtsort in Richtung England, Österreich und Schweiz den Rücken. Auch sonstige Berufsgruppen aus Deutschland übersiedeln in solchem Ausmaß in die Schweiz, daß die Schweizer dies schon mit Besorgnis betrachten. Am Plattensee in Ungarn bilden sich derzeit regelrechte deutsche Siedlungen, Thailand und die Türkei sind lange schon beliebte Auswanderungsziele für finanzschwache deutsche Rentner, von denen es in naher Zukunft immer mehr geben wird.

Scheinbar hat die ausgehende Regierung Temer diesen Trend erkannt und wollte nun Brasilien als interessiertes Aufnahmeland in Stellung bringen. Jedenfalls hat sie kurz vor ihrem Ausscheiden mit erleichterten Einwanderungsbestimmungen für Brasilien eine hoffentlich richtungsweisende Entscheidung gefällt, denn historisch betrachtet, ist Brasilien ein klassisches Aufnahmeland von europäischen Auswanderern und aufgrund seiner räumlichen Gegebenheiten ein geradezu prädestiniertes Einwanderungsland. Allerdings verfolgt Brasilien dabei einen etwas realistischeren Ansatz als derzeit Europa: Die für jede erfolgreiche Einwanderung entscheidende dauerhafte Aufenthaltserlaubnis erhalten solche Ausländer, die außer Hoffnungen und Ansprüchen auch finanziell etwas mitbringen, im Falle eines Immobilienerwerbes im Norden und Nordosten in Höhe von bereits R$ (brasilianische Reais) 700.000,-. Dies ist eine interessante Alternative zum seither bereits bestehenden Investorenvisum oder der Familienzusammenführung.

Im Einzelnen gilt folgendes:

Aufenthaltstitel für Ausländer auf der Grundlage von Immobilien-investitionen in Brasilien

Der Nationale Rat für Einwanderungspolitik „Conselho Nacional de Imigração – CNIg” hat am 22. November 2018 mit sofortiger Rechtskraft die „Resolução Normativa nº 36“ im Bundesanzeiger veröffentlicht, welche die Niederlassungsbewilligung in Brasilien auf der Grundlage des Erwerbs von städtischen Immobilien regelt.

Ausländer jedweder Staatsangehörigkeit können nunmehr einen Aufenthaltstitel erlangen, indem Sie bereits gebaute oder in Bau befindliche urbane Immobilien von einem Wert in Höhe von mindestens R$ 1.000.000,- (einer Million brasilianischer Reais) erwerben.

Die erwähnte Investition muß mit eigenen Mitteln anhand internationaler, durch die Brasilianische Zentralbank erfaßte Geldtransfers getätigt werden.

Bei Immobilienerwerben in den Regionen Norden (Acre, Amapá, Amazonas, Pará, Rondônia, Roraima und Tocantins) und Nordosten (Alagoas, Bahia, Ceará, Maranhão, Paraíba, Pernambuco, Piauí, Rio Grande do Norte und Sergipe) fällt die erforderliche Minimalinvestition auf einen Betrag in Höhe von R$ 700.000,- (siebenhunderttausend Reais).

Die Investition kann  sowohl durch den Erwerb mehrerer Immobilien, als auch den Erwerb von  Miteigentum an einer Immobilie erbracht werden, insofern die Summe der Käufe beziehungsweise der Betrag am anteiligen Erwerb einer Immobilie den erforderlichen Mindestbetrag erfüllt.

Der Aufenthaltstitel ist auf zwei Jahre beschränkt und kann nach Ablauf der Frist entweder erneuert oder in einen unbeschränkten Titel umgewandelt werden.

Nach Erteilung des befristeten Aufenthaltstitels muß sich der Investor innerhalb der Gültigkeit mindestens während 30 Tagen in Brasilien aufhalten.

Das neue Gesetz sieht im Vergleich zum Investorenvisum  auf der Grundlage der Rechtsverordnung des „Conselho Nacional de Imigração – CNIg“. Nr. 13/2017 zwar eine höhere Minimalinvestition vor, im Gegenzug fallen allerdings laufende Kosten bezüglich der brasilianischen Firma und deren Angestellten weg.

Insbesondere bei Immobilienerwerben in den Regionen Norden und Nordosten kann  die neue Rechtsverordnung Nr. 36/2018 eine interessante Alternative zum Investorenvisum der Rechtsverordnung Nr. 13/2017 sein.

Natürlich gilt es in jedem Einzelfall zu prüfen, welche der möglichen Optionen zur Erlangung einer Daueraufenthaltserlaubnis die vorteilhaftere ist. Eine Entscheidung, bei der wir Sie gerne unterstützen, wie auch bei allen weiteren Schritten, die zur Gestaltung des erfolgreichen Aufenthaltes in Brasilien erforderlich sind.

Eine allgemeine Anmerkung: Ich verwende in meinen Beiträgen bewußt den Begriff „Volk“ im Gegensatz zu dem in den Medien zunehmend verwendeten Begriff „Bevölkerung“. Dies deshalb, weil es die Terminologie ist, die das deutsche Grundgesetz verwendet und ich als Jurist daran gerne erinnern mag. „Volk“ ist ein gesetzlicher und politischer Begriff und bezeichnet den Staatsbürger und Souverän eines Landes. Es bezeichnet diejenigen, die nach der Verfassung im Lande die Entscheidungen fällen sollten. Entscheidungen ergehen daher auch stets „im Namen des Volkes“. Politiker und die ihnen gefälligen Medien belieben hingegen von „Bevölkerung“ zu reden, einer unpolitischen, im Land sich gerade aufhaltenden anonymen Gruppe, zunehmend ohne Rechte, denn sie fällen die Entscheidungen lieber selbst und ungestört vom Volk, wie man ja gerade in der undemokratischen EU immer deutlicher sieht. Das Grundgesetz ist ein für unseren Staat fundamentales Regelwerk, das von der deutschen Politikerkaste zunehmend außer acht gelassen wird. Daher darf der Bürger nicht müde werden seiner zu erinnern, indem er sich seiner Terminologie bedient, um dem Vergessen entgegenzuwirken.

Neues Spiel, neues Glück…

Als ich diesen Blog begonnen hatte, war eines meiner Motive dafür mein Eindruck, die ausländische Berichterstattung über Brasilien sei nicht eben besonders objektiv. Mir kam die Beurteilung der hiesigen Zustände nicht fair und ausgewogen vor. Es schien mir, mein Gastland bekäme über Gebühr Prügel von Journalisten aus Ländern, in denen Korruption, Altersarmut und soziale Spannungen in den letzten Jahren rasant zugenommen haben und ein wenig Eigenreflektion durchaus angebracht wäre. Dieser Eindruck erhärtet sich nun mit der Wahl von Jair Bolsonaro zum brasilianischen Präsidenten.

Ich möchte ihn hier nicht verteidigen, der Mann ist Politiker, beruflich, schon seit Jahrzehnten, und als Bürger habe ich gelernt, daß Politiker nicht eben vertrauenswürdig sind. Ich habe gelernt, daß auf die Beteuerungen in ihren Wahlkampfreden nicht viel zu geben ist. Das Wenigste davon wird später umgesetzt. Gerade wir Deutschen kennen das ja nur zu gut. Auch die Journalisten als bezahlte Beobachter der Politszene wissen das. Warum dann aber dieser Kreuzzug der ausländischen Presse gegen den Neuen? Der Mann hatte noch nicht die Gelegenheit auch nur irgend etwas zu tun, schon wird er verteufelt, wird mit Donald Trump und gar Adolf Hitler verglichen. Mal ganz abgesehen davon, daß die Hitlervergleiche mittlerweile eine inflationäre Modeerscheinung geworden sind, Assad, Gaddafi, Putin und Hussein, sogar Merkel können ein Lied davon singen, jeder Falschparker ist heute schon ein Nazi, trifft es natürlich in keinerlei Weise zu. Das ist ungefähr so hilfreich und zutreffend wie der Vergleich mit Frank Sinatra oder King Kong. Warum also? Nun, es soll offenbar Angst geschürt werden. Aber wo? In Brasilien? – Nun die meisten Brasilianer lesen weder die New York Times noch die Frankfurter Allgemeine, es scheint daher eher so, als ziele diese tendenziöse Panikmache auf ein anderes Publikum. Könnte es sein, daß ein linkes Establishment in Amerika und Europa ob seiner epochalen Fehler und miesen Leistungsbilanz verzweifelt versucht auf andere zu zeigen? Frei nach dem Motto: „Ihr könnt ja noch froh sein, daß es Euch so gut geht hier mit uns. Da in Brasilien, da kommt ein neuer Hitler, ein Tropen-Trump“. War es denn nicht schon immer verwunderlich, daß gerade der „linke“ Lula, obwohl er nachgewiesenermaßen der Drahtzieher eines der größten Korruptionssysteme war, das dieses Land je gesehen hat, obwohl er die Gesellschaft gespalten hat wie kein Zweiter, obwohl er mit Diktatoren wie Fidel Castro und Hugo Chavez geflirtet hat, obwohl er das Land beraubt und wirtschaftlich ausgeblutet hat, ein Lieblingskind der westlichen ausländischen Presse war? Könnte es sein, daß nicht zählt, was Lula hinterlassen hat, solange er eben eine „sozialistische“ Politik gemacht hat? Kommt es etwa nur auf die Ideologie und nicht auf die Leistungsbilanz an? Offenbar schon, denn daß die Brasilianer nach all diesen Milliardenplünderungen, Firmenpleiten, Rekordarbeitslosigkeit, Rekordkriminalität, usw., einen neuen Kurs einschlagen wollen kann man ihnen eigentlich kaum verübeln, aber verübelt wird es ihnen doch. Auch daß die Brasilianer als souveräne Bürger ihres Landes diesen Kandidaten frei und demokratisch gewählt haben, zählt anscheinend nicht viel in den Augen der Kommentatoren. Im Ausland weiß man eben alles besser, da weiß man, wie man mit den Problemen der Welt richtig umgeht, oder zumindest ist man sich einig, was auf gar keinen Fall geschehen darf.

Nun, die Brasilianer scheinen dazu auch eine Meinung zu haben und als man sie an die Wahlurnen gerufen hat, hat sich diese manifestiert, ob das der restlichen Welt jetzt paßt oder nicht. Die Brasilianer haben die Fehler im eigenen Haus gesehen und sie leugnen sie nicht, sie versuchen nicht, sie unter den Teppich zu kehren, wie dies etwa in der EU immerzu und erstaunlich unverschämt getan wird. Sie gehen die Probleme an mit einem Politik- und Dogmenwechsel.

Ganz eigennützig wünsche ich den Brasilianern in diesem neuen Jahr mit ihren neuen Präsidenten alles Gute. Die Bedenken gegen Bolsonaro teile ich nicht, obwohl ich nicht mit allem einverstanden bin, was er in den Wahlkampfreden von sich gegeben hat. Daß die PT nach 13 Jahren Mißwirtschaft abgewählt wurde, sehe ich mit unverhohlener Freude und Hoffnung. Wo die Probleme erkannt und benannt werden, besteht Hoffnung, wo sie krampfhaft vertuscht werden, hingegen nicht. Ich setze auf Brasilien, schon lange, und meine Beobachtungen hinsichtlich dessen was in der sogenannten „westlichen Welt“ vor sich geht, bestätigen mich in meiner Wahl immer weiter.

Wir scheinen in Zeiten zu leben, in denen man immer leichter immer mehr Informationen bekommt und sie scheinen mir doch immer falscher. Wenn man sich eine eigene Meinung bilden will, muß man wohl wieder selber schauen und selber denken. Kommen Sie nach Brasilien. Schauen Sie selbst. Es wird auf die Dauer immer wahrscheinlicher werden, daß Sie gar hier leben wollen…

Die Würfel sind gefallen

Mit recht überzeugendem Abstand haben die Brasilianer gestern Jair Bolsonaro zu ihrem Präsidenten gewählt.

Was darf man erwarten? Realistisch betrachtet nicht viel. Die Staatskassen sind gähnend leer, nachweislich geplündert von der Vorgängerpartei PT, in breiter Komplizenschaft mit so gut wie allen anderen Parteien. Mit unzähligen Milliarden Dollar war schließlich nur das unglaubliche Ausmaß des Raubzugs der PT neu, ansonsten stand deren unsoziales Verhalten aber nicht nur in der politischen Tradition Brasiliens, sondern ganz Lateinamerikas.

Die einzige Option die bleibt, ist sparen, sparen, sparen, und zwar beim viel zu großen Staatsapparat. Das ist grundsätzlich gut, denn der überbordende Staat lähmt die wirtschaftlich wichtige Privatinitiative. Die brasilianischen Staatsbediensteten werden sich den längst notwendigen Kostensenkungen bei ihren viel zu üppigen Bezügen und Pensionen  aber ebenso verweigern, wie dies auch die entsprechenden Amtsinhaber aus dem Ausland tun. In der EU zum Beispiel haben wir in den letzten Jahrzehnten auf allen Ebenen eine signifikante Ausweitung des Staates erlebt, obwohl die einzelnen Länder durch immer höhere Verschuldung immer ärmer wurden, insbesondere auch das wirtschaftliche Dickschiff Deutschland. Von Ausnahmen wie Griechenland einmal abgesehen, haben die Bürger es dort noch nicht so richtig gemerkt, aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben, und im Gegensatz zu den USA, die sich aufgrund ihres expressiven militärischen Übergewichtes Zechprellerei erlauben kann, werden die anderen Länder ihre Schulden eines Tages tatsächlich zurückzahlen müssen.

Trotz des zu erwartenden Widerstandes wird Präsident Bolsonaro aber dennoch versuchen müssen, staatliche Haushalte zu kürzen, verfettete Behörden zu verschlanken und überall wucherndes Regelungsdickicht auszudünnen, schließlich handelt es sich hier mit Abstand um das wichtigste seiner Wahlversprechen.  Dafür könnte er gar eine gewisse Autorität in Ansatz bringen, steht er doch für eine Zäsur zum vorhergehenden, von den Brasilianern mutig zu Fall gebrachten  Kleptokratensystem. Es ist allerdings keine leichte Aufgabe das brasilianische Haus in Ordnung zu bringen. Übergangspräsident Michel Temer wurde für seine zaghaften Reformversuche zum Beispiel beim Arbeitsrecht und der Rente vom Volk mit niedrigsten Zustimmungswerten gestraft. Im Grunde unverschuldet, denn was sich dem einfachen Bürger leider häufig verschließt, ist daß der neue Amtsinhaber zunächst einmal das politische und wirtschaftliche Erbe seiner Vorgängerregierung antritt. Dies galt im positiven Sinne für Lula, dem Fernando Henrique Cardoso seinerzeit ein vergleichsweise wohlgeordnetes Brasilien übergab, ebenso wie danach im negativen Sinne für dessen Nachfolger Rousseff und Vize Temer, die dann ein eher schweres Erbe antraten. Bolsonaro wird es da wohl nicht anders ergehen.  Allerdings hat der neue Präsident keine Wahl: Die Kassen sind leer, und weiter lustig an der Steuerschraube zu drehen, wie dies unter anderen auch die PT getan hat, dürfte sich mit dem massiven Wegfall von Arbeitsplätzen unter deren Regierung wohl verbieten. Er wird die dringend notwendigen Reformen anpacken müssen, und das ist durchaus positiv zu bewerten.

Bolsonaro muß jedoch in erster Linie sparen, und es steht zu hoffen, daß er nicht in die Falle seiner Vorgänger gehen wird, es mit der Kürzung von Bezügen und Reduzierung von Stellen erst einmal bei den unteren Chargen des Staatsdienstes zu versuchen, und die oben derweil ungeschoren zu lassen, was ihm zu Recht die Kritik einbringen würde, daß sein Sparkurs sozial ungerecht sei. Diese Kritik wäre dann umso berechtigter, als der Spielraum für Kürzungen nach oben hin immer größer wird, wo üppige Besoldung und Pensionen, erstklassige Krankenversicherungen mit Dentalplan für die gesamte Familie, finanzielle Beihilfen für Wohnung, Reisen, Anzüge!, Assessoren und dergleichen längst zum liebgewordenen Besitzstand gehören.

Die Reaktionen der Kommentatoren aus dem Ausland sind wie immer geteilt: Auf der einen Seite des Spektrums haben wir die politische Linke, die mit demokratischen Mehrheitsentscheidungen immer dann recht wenig anfangen kann, wenn der ideologische Gegner gewählt wird, und reflexartig den Aufstieg eines neuen Hitlers prophezeit. Daß der Neugewählte über Zustimmungsraten und damit eine demokratische Legitimation verfügt, von der europäische Staatschefs selbst in großen und kleinen Koalitionen nur träumen können, zählt da nicht, steht er als „Populist“ doch im falschen Lager. Das politisch unmündige Volk hat sich in die Irre führen lassen, wird kolportiert, und die Nation sei  damit zum Untergang verurteilt. Man redet in diesen Kreisen gerne vom südamerikanischen Trump. Daß wir es bei Jair Bolsonaro im Gegensatz zum vielfach abgelehnten Donald Trump mit einem Berufspolitiker zu tun haben, der seit fast 30 Jahren! im Kongreß sitzt und dessen Bruder und Söhne sämtlich ebenfalls in der Politik sind, er von daher also eher Parallelen mit dem amerikanischen Clintonclan aufweist, fällt dann auch nicht mehr ins Gewicht.

Auf der anderen Seite haben wir die eher konservativ eingestellte ausländische Wirtschaft und Investoren, deren befürwortende Haltung bereits vor den Wahlen, allein aufgrund der Umfragen, die übereinstimmend einen Sieg Bolsonaros vorhersagten, den Sinkflug des Real umkehrte und die hiesige Börse wieder in die Höhe trieb. Offenbar traut man ihm eine Umkehr aus der Wirtschaftskrise zu.

Ich selbst bin verhalten optimistisch, zum einen sicherlich deshalb, weil ich hier wohne und mich vom unverwüstlichen Optimismus der Brasilianer anstecken lasse. Aber es gibt auch noch einen wichtigen anderen Grund: Wer antizyklisch investiert, steigt unten ein und nimmt den Aufstieg mit! Viele dürften dies wissen und die Chancen erkennen. Die Investoren werden wiederkommen, denn Brasilien ist und bleibt eines der rohstoffreichsten Länder der Erde und verfügt insbesondere über den weltweit größten flüssigen Süßwasservorrat, in Ergänzung zu einer gut funktionierenden landwirtschaftlichen Produktion und großen Flächen noch brachliegenden Agrarlandes. Seine Wirtschaft übersteigt jedes andere südamerikanische Land, seine Gesellschaft ist geprägt von europäischen Werten mit moderner Gesetzgebung, die Respekt für Homosexuelle, Frauen, unterschiedliche Rassen und Religionen zeigt und freie Meinungsäußerung zuläßt. Das Eigentumsrecht ist sicher und Eigentum an Immobilien und Produktionsmitteln kann auch von Ausländern erworben werden, was auf der Welt keine Selbstverständlichkeit ist. Die Möglichkeiten und das Potential für einen Aufstieg sind im fünftgrößten Land der Welt also weiterhin alle da. Auch der Tourismus wird in Brasilien wieder in Fahrt kommen, denn vom Regenwald Amazoniens mit seiner auf der Welt einmaligen Artenvielfalt, bis zu den weißen Sandstränden der ausgedehnten Küste, wird bei tropischem Klima eine unglaubliche Vielfalt an verschiedenen Landschaften geboten, ohne daß dabei die Gefahr von Naturkatastrophen droht. Zu guter Letzt gehören die Brasilianer zu den unbeschwertesten Menschen, die ich je kennengelernt habe. Sie sollten sie ebenfalls kennenlernen.

Armes Deutschland

Ich möchte dem geneigten Leser das äußerst aufschlußreiche Interview des Dr. Daniel Stelter auf YouTube ans Herz legen.

In extrem nüchterner und sachkundiger Weise, ohne ideologische Vorbelastung, gibt der anerkannte Wirtschafts- und Finanzexperte in 39 Minuten einen Überblick über die vielen verhängnisvollen Fehler der Bundesregierung von ESM und Griechenlandhilfe über fehlende Investitionen in Bildung und Infrastruktur, sowie Schwächung deutscher Schlüsselindustrien und überstürzter „Energiewende“ zu unkontrollierter Massenimmigration.

Sehr interessant: Auf die Abschlußfrage des Interviewers, was der Einzelne angesichts der zu erwartenden Folgen all dieser Fehlentscheidungen tun könne (Min 36:21), antwortet Herr Dr. Stelter: „…bei jüngeren Menschen muß ich leider immer sagen: stellt zumindest sicher, daß Ihr global mobil seid,… daß Ihr sagen könnt, zu einem gewissen Zeitpunkt, ich habe anderswo bessere Chancen, ich gehe hier weg. Das ist ganz klar die Empfehlung. Das tut mir sehr leid. …aber in der Tat der konkrete Vorschlag ist, … sich zumindest darauf vorzubereiten, so schwer es auch fällt, seine Zukunft woanders zu suchen.“

Ich empfehle Brasilien.

Brasilien und die Crux mit der Demokratie

Brasilien steht vor den Wahlen und es häufen sich die Reportagen auch ausländischer Sender, die zu dieser Gelegenheit von den „brasilianischen Zuständen“ berichten: Kriminalität, Mißwirtschaft, lähmende Staatsquote und erstickende Staatsverschuldung, vor allem aber die tiefverwurzelte und großflächige Korruption der politischen und wirtschaftlichen Eliten werden zu Recht angeprangert, man spricht von der „gekauften Demokratie“. Der enorme Korruptionsskandal und sein gesellschaftliches Ausmaß werden dabei aber leider nicht richtig gewertet. Es handelt sich hier um ein systemisches Problem der modernen Massendemokratie und es wird meiner Ansicht nach von den Journalisten gefällig übersehen, daß ähnliche Phänomene auch in den europäischen und amerikanischen Demokratien zu finden sind und sich dort ebenfalls immer weiter ausbreiten. Um eines klarzustellen: Dies ist kein politischer Blog. Aber wenn man sich der Aufgabe verschrieben hat, Brasilien in einem zutreffenderen Licht darzustellen als die tendenziöse Berichterstattung der Mainstreammedien es tut, muß man sich freilich auch mit den unliebsamen politischen Verhältnissen dieses riesigen Landes auseinandersetzen. Was mir bei der ausländischen Berichterstattung immer wieder auffällt, ist daß die hiesige alteingesessene Korruption so behandelt wird, als handele es sich dabei um ein auf der Welt isoliertes, spezifisch brasilianisches Problem. Daß jedoch die moderne Demokratie weltweit unter diesem Symptom einer schweren Krankheit leidet, wird gerne übersehen. Es wäre jedoch ein großer Fehler, sich als Europäer oder Nordamerikaner aufgrund der brasilianischen Verhältnisse selbstgefällig zurückzulehnen. Vielmehr wäre es an der Zeit, sich am brasilianischen Beispiel des mutigen Angriffs auf alteingesessene Ausbeutungsstrukturen zu orientieren, um auch die eigenen Sümpfe vor der Haustüre auszutrocknen. „Politikverdrossenheit“, der wiederkehrende Eindruck, bei den Wahlen keine wirkliche Alternative zu haben, das Gefühl, daß „die da oben doch sowieso tun was sie wollen“ und die eigenen Interessen von den Regierenden nicht vertreten werden, sind zum Beispiel auch unter Deutschlands oder Österreichs Bürgern ein weitverbreitetes Phänomen. Brasilien ist Pionier nämlich lediglich in der großangelegten und entschlossenen Bekämpfung der tiefverwurzelten Korruption, jedoch nicht im Erdulden dieses Leidens. Insbesondere hat Brasilien die systematische Veruntreuung staatlicher Mittel nicht erfunden. Diese ist vielmehr bereits mit den europäischen Ziehvätern, den Portugiesen, über den atlantischen Ozean geschwappt, als die indigene Urbevölkerung noch nicht einmal von den Segnungen der modernen Zivilisation zu träumen wagte. Das größte Problem in Brasilien ist letzten Endes nicht die Korruption, und schon garnicht, daß dieses Übel in seinen Ausmaßen bis in die letzten Winkel der Gesellschaft erkannt wurde, sondern daß am politischen System, welches dies hervorruft, nichts geändert wird, da es selbst nicht in Frage gestellt wird. Wenn man Korruption anprangert und bekämpfen will, sollte man sich grundsätzlich auch einmal fragen, ob es wirklich wünschenswert ist, daß gerade die zumeist uninteressierte und unqualifizierte Mehrheit im Staat den Ton angeben soll. Nachdem man dann zum Schluß gekommen ist, daß dies, da logistisch undurchführbar und politisch ungewollt, auf der ganzen Welt ja ohnehin nicht praktiziert wird, man hat ja statt dessen indirekte, parlamentarische Demokratien, sollte man insbesondere darüber nachdenken, ob es ein ehrlicher und dem Staatswohl förderlicher Zustand ist, wenn in den heutigen westlichen Parteiendiktaturen beharrlich so getan wird, als entscheide dennoch das Volk (durch seine Vertreter). Letztlich lenkt dies nämlich nur von den eigentlich Verantwortlichen ab, indem in zynischer Weise dem Volk die Schuld an der Misere in die Schuhe geschoben wird, weil es eben politisch unreif sei. So werden zum Beispiel die Brasilianer anläßlich jeder Wahl von den Medien aufs Neue ermahnt, jetzt müßten sie aber endlich mal „richtig“ wählen („vote certo“), damit sich das Trauerspiel von Korruption und Mißwirtschaft nicht wiederhole, gerade so, als ob der Austausch der im Grunde beliebigen Köpfe des herrschenden Systems eine Wende bringen könnte. Insbesondere Lula wurde ja gewählt, weil er sich die Bekämpfung der Korruption auf die Fahnen geschrieben hatte und in dieser Hinsicht auch über eine gewisse Glaubwürdigkeit verfügte, da er noch nie zuvor an der Macht gewesen war. Diesen Bonus haben die brasilianische Arbeiterpartei PT und ihr charismatischer Frontmann verspielt. Eine beeindruckende Anzahl der Bürger hält Lula aber auch heute noch die Stange, obwohl niemand mehr ernsthaft daran zweifelt, daß er der Pate eines parteiübergreifenden Korruptionssystems noch nie dagewesenen Ausmaßes war. Dies deshalb, weil sie schlicht und einfach davon ausgehen, daß sich unter dem herrschenden System daran ohnehin nichts ändern wird, und ich denke, da haben sie recht. Unrecht haben Lulas Anhänger lediglich in der Bewertung, daß Lulas Politik ihre Lebensverhältnisse verbessert habe, wo in Wirklichkeit eine anhaltende Boomphase auf dem Comodity-Markt und die erfolgreiche Politik seines Vorgängers FHC seiner Regierung wirtschaftlich unter die Arme gegriffen hatten.

Aufgrund kürzlich erworbener Doppelstaatsbürgerschaft werde auch ich bei dieser Wahl meine Stimme abgeben. Da dasselbe politische System in Brasilien (und auf der Welt) unverändert bestehen bleibt, erwarte ich unabhängig vom neuen Frontmann, oder auch –frau, keine wirklichen Veränderungen. Die Frage für mich ist nur, wo auf der Welt sich die Krankheit von Gier und Mißwirtschaft schneller ausbreitet und zu Zuständen führen wird, die die tägliche Lebensfreunde ernsthaft beeinträchtigen. Was Korruption angeht, kann Brasilien kaum noch schlimmer werden. Es ist auf dem Tiefpunkt angelangt, und die staatstragenden Schichten der Gesellschaft haben den Kampf aufgenommen. Jedoch, die allesamt hochverschuldeten Regierungen dieser Welt leben zunehmend von der Substanz ihrer Länder und Substanz hat Brasilien noch eine Menge. Da kann noch viel passieren, bis dieses Land nicht mehr lebenswert erscheint. So gesehen ist man hier gut aufgehoben.

Warten auf die Wahlen

Im Oktober diesen Jahres sind hier in Brasilien wieder die Präsidentschaftswahlen und wie so oft harrt das Land, was seine weiteren Geschicke anbelangt, ihres Ausgangs.

Unter den diversen Kandidaten auf das Präsidentenamt wird Jair Bolsonaro als Reaktionär eingestuft. Ich sehe dies weniger dramatisch, da man ganz generell auf die Versprechungen und Ankündigungen von Politkern nicht allzuviel geben darf. Es ist schließlich eines der Hauptprobleme der Demokratie, daß ein Kandidat auf ein politisches Amt dem Wahlvolk allerhand Versprechungen machen muß, um überhaupt eine Aussicht darauf zu haben gewählt zu werden, auch wenn diese Versprechungen seinen tatsächlichen Überzeugungen (so vorhanden) völlig widersprechen mögen. Man kann als Bürger daher zumeist wenig davon glauben, was von einem Kandidaten vor der Wahl vollmundig angekündigt wird. Das Problem ist, daß einem dann dennoch wenig mehr übrigbleibt, als die Kandidaten nach ihren Wahlaussagen und vermeintlichen Wahlprogrammen zu bewerten, im vollen Wissen, daß das Meiste davon nicht ernstgemeint ist. Unter diesem Gesichtspunkt ist Jair Bolsonaro immerhin der einzige Kandidat, der ankündigt, in Brasilien in Tourismus investieren zu wollen. Daß Tourismus eine durchaus politische Entscheidung ist, zeigte sich am Beispiel von Bahia  als Anfang der Neunziger Jahre die Regierung ACM beschloß, den Staat dem Tourismus zu öffnen und ein Programm auflegte, das unter anderem zu einer Renovierung des historischen Stadtzentrums von Salvador, dem sogenannten Pelourinho, führte und zu seinen Glanzzeiten selbst das brasilianische Tourismusmekka Rio de Janeiro auf den zweiten Platz verbannte. Die durch Tourismus generierten Einnahmen sind zudem besonders positiv zu bewerten, da sie zu einem großen Teil den einfachen Leuten ohne Abschluß zugute kommen, die auf dem brasilianischen Arbeitsmarkt in der Regel schwer vermittelbar sind: Taxifahrer und Touristenführer, ambulante Verkäufer von Andenken, Besitzer kleiner Geschenkartikelläden und ihre Verkäufer, Bars und ihre Kellner, die Gastronomie ganz allgemein, profitiert davon ebenso wie die Rezeptionisten von Hotels, Hotelpagen, Hotelpförtner, Hotelzimmermädchen und die allgegenwärtigen Sicherheitsleute. Die anschließende völlige Vernachlässigung des Tourismus in Bahia unter der PT-Regierung zeigte übrigens deutlich, wie wenig ernst es der „Arbeiterpartei“ (tatsächlich die Partei der Gewerkschaftler und Staatsbediensteten) mit ihren vollmundigen Ankündigungen war, dem kleinen Arbeiter ein würdevolles, weil von staatlichen Almosen unabhängiges, Auskommen schaffen zu wollen.

Desweiteren kündigt Bolsonaro, der derzeit in den in São Paulo basierten Meinungsumfragen führt, umfangreiche Privatisierungen an, was in einem Land mit einer fast 40 %-igen Staatsquote und ungenierter Selbstbedienungsmentalität der staatlichen Vertreter an allen staatlichen Institutionen und Töpfen, sicherlich der richtige Weg ist. Wie immer in Brasilien ist die Parteizugehörigkeit dabei völlig ohne Belang, da die vielen politischen Parteien keinerlei Ideologie verfolgen, sondern reine Zweckbündnisse zur Erlangung staatlicher Positionen und den damit verknüpften Versorgungsleistungen darstellen. Daher messe ich dem bei meinen Betrachtungen auch keinerlei Stellenwert bei.

Ein weiteres positives Signal an die von einem überbordenden Staatswesen belasteten Brasilianer wäre es in der Tat, wenn Bolsonaro seine Ankündigung, die derzeit 39 Ministerien auf 15 zurückstutzen zu wollen, auch tatsächlich umsetzen würde. Staatliche Ministerien werden in Brasilien hauptsächlich dafür geschaffen, daß man Parteifreunde in neugeschaffene Ämter hieven kann, was aufgrund der Erfordernis immer neuer Koalitionsbündnisse fortlaufend notwendig ist.  Der erste demokratische Präsident nach der Militärdiktatur, Fernando Color de Mello, startete noch mit 10 Ministerämtern, zuletzt unter Dilma Rousseff gab es dann bereits 39 Bundesministerien.

Da Jair Bolsonaro in den Meinungsumfragen, die sämtlich den absolut favorisierten Expräsidenten Lula außer Acht lassen, derzeit führt, besteht also durchaus Hoffnung, daß Brasilien in absehbarer Zeit aus seinem derzeitigen Tief wieder herauskommen könnte. Dies wiederum könnte nun ein interessanter Indikator für diejenigen sein, die bei ihren Investitionen gerne antizyklisch handeln. Als Brasilien der investment grade verliehen wurde, sind im großen Stil ausländische Investitionen ins Land geflossen und haben diverse Wirtschaftssektoren aufgebläht. Antizyklisch Handelnde hatten ihre Positionen, ob nun Immobilieninvestitionen, Aktien von Vale do Rio Doce, Petrobras oder ähnliches, vorher ausgebaut und sie dann in der Investmentgrade-Hause gewinnbringend liquidiert. Das kann man jetzt wieder tun, die Gelegenheit ist günstig, die Preise sind niedrig, bis zum nächsten Investmentgrade, wenn wieder alle entdecken, was in dem Land für Möglichkeiten stecken.

São João

Brasilien ist unter anderem für seinen Karneval bekannt. Insbesondere die Festivitäten in Rio de Janeiro und Salvador da Bahia genießen Weltruhm. Nach meiner Ansicht ist aber das beste Fest in Bahia nicht der im Februar in Salvador stattfindende Straßenkarneval, sondern die im Juni in den vielen Kleinstädten und Dörfern des Inlands, dem sogenannten „Interior“ stattfindenden Junifeste. Der „São João” ist ein knapp zweiwöchiges Fest, das von seinem Anlaß her mit dem amerikanischen Erntedankfest verglichen werden kann und der Feier der ländlichen Idylle frönt. Obwohl auch in der Hauptstadt Salvador alljährlich in der historischen Altstadt, dem „Pelourinho“ ein solches Fest ausgerichtet wird, sind die berühmtesten Festorte sämtlich im Inland von Bahia angesiedelt, etwa in Santo Antônio de Jesus, Cachoeira oder Amargosa. Wo man im Inland genau hinfährt ist indes nicht so wichtig, überall wird bei Fruchtlikör, Maiskolben, Kochbananen und Erdnüssen dem Forro, einer Art brasilianischer Countrymusik, gelauscht. Bands spielen überall auf Bühnen in der Ortsmitte, und betont ländlich gekleidete Männer und Frauen widmen sich mit Begeisterung, Können und südamerikanischen Temperament dem klassischen Paartanz. Die Damen tragen dabei gerne einen traditionellen Aufzug als Landpomeranze, komplett mit langem Karokleid, Pipi Langstrumpf-Zöpfen und aufgemalten Sommersprossen, und die Männer gefallen sich als Cowboys im Karo Hemd mit Lederstiefeln und Cowboyhut.

São João wird nicht nur in Bahia gefeiert, aber hier ist er sehr beliebt, traditionell und sicherlich eines der besten brasilianischen Feste überhaupt. Die Festivitäten spielen sich hauptsächlich in den Tagen vor und nach der Kernzeit vom 22. bis 24. Juni ab. Ich will mich hier nicht über die Einzelheiten betreffend Forromusik und den gleichnamigen Tanz auslassen, dazu findet sich genug im Internet, sondern lediglich meine persönliche Einschätzung und Empfehlung abgeben, daß man die Junifeste in Bahia einmal gesehen haben sollte, und ihnen gar vor dem Karneval den Vorzug geben sollte, obwohl sie in der Regenzeit stattfinden. Besonders interessant ist São João natürlich wenn es wie dieses Jahr wieder mit der Fußball Weltmeisterschaft zusammenfällt, ein Anlaß der für die Brasilianer ohnehin Volksfestbedeutung hat, so daß hier gleich zwei bedeutende Feste zusammenfallen und beschwingte Zeiten garantieren.

Der richtige Zeitpunkt!

Der richtige Zeitpunkt, um in Brasilien Immobilien zu erwerben ist jetzt. Wir sind zwar Rechtsanwälte, keine Immobilienmakler. Dennoch haben wir in den über zwanzig Jahren unserer Tätigkeit in Salvador da Bahia unzählige Immobiliengeschäfte abgeschlossen. Das liegt daran, daß wir eine auf die Vertretung der Interessen von Ausländern ausgelegte Kanzlei sind, und einer der größten Interessenschwerpunkte von Ausländern seit jeher der Erwerb brasilianischer Immobilien war. Insbesondere Strandgrundstücke oder Appartements mit Meeresblick in den subtropischen Zonen Brasiliens mit ihrem nahezu ganzjährig angenehmen Klima erfreuten sich stets einer hohen Nachfrage. Hier gab es vor ca. 3-4 Jahren eine Zäsur, denn während der Regierungszeit der PT gab es in Brasilien eine rege Bautätigkeit und einen starken Preisanstieg bei brasilianischen Immobilien. Hinzu kam ein starker brasilianischer Real, so daß die Käufe durch Ausländer in dieser Zeit stark nachgelassen haben. Viele der ausländischen Erwerber haben die Gelegenheit des für sie günstigen Kurses genutzt, um stattdessen ihrerseits zu verkaufen und einen Gewinn mitzunehmen. Bei der Entwicklung auf dem brasilianischen Immobiliensektor in der LULA-Zeit, handelte sich jedoch um eine Blase in der Überkapazitäten geschaffen wurden und die relativ kurz nach Ablösung der PT-Regierung geplatzt ist. Es hat dadurch eine Preiskorrektur stattgefunden und seitdem sind brasilianische Immobilienpreise um ca. 30% gefallen, was einen realistischen Preis darstellt. Gleichzeitig hat aber auch der brasilianische Real im Verhältnis zum US Dollar und EURO stark nachgegeben. Derzeit steht der US Dollar zum Real in einem Verhältnis von 1 : 3,78 und der EURO in einem Verhältnis von 1 : 4,6. Dadurch sind brasilianische Immobilien nun wieder sehr günstig geworden.

Mal ganz abgesehen davon, daß man als Ausländer in Brasilien Eigentum an Immobilien erwerben kann, was in manchen asiatischen oder kommunistischen Ländern ja von vornherein ausgeschlossen ist, sind brasilianische Immobilien zudem sicher. Ähnlich wie bei den meisten Ländern der westlichen Hemisphäre, wird auch in Brasilien das Eigentum im Grundbuch registriert. Auch in Brasilien sind am Immobilienerwerb Notare beteiligt, allerdings haben sie dabei nicht dieselbe umfassende Aufgabenbreite und Garantiefunktion wie sie sie etwa in Deutschland haben. In Brasilien ist der Notar im Wesentlichen als ein bloßer Urkundsbeamter am Geschäft beteiligt, es gibt weder ein Notaranderkonto, noch eine Auflassungsvormerkung, die Risiken der Geschäftsabwicklung verbleiben somit bei den Parteien, insbesondere beim Erwerber. Dies macht die Hinzuziehung eines Anwaltes erforderlich. Die von Verkäuferseite häufig an der Abwicklung beteiligten Immobilienmakler verfügen zwar oftmals über die erforderliche Sachkenntnis, haften aber nicht für Rechtsmängel oder sonstige Unzulänglichkeiten der Immobilie, noch sind sie gesetzlich oder standesrechtlich dazu verpflichtet, ihnen etwaig bekannte Mängel mitzuteilen. Der Fokus der brasilianischen Immobilienmakler ist aufgrund ihres wirtschaftlichen Interesses am Abschluß des Geschäfts auf Verkauf gerichtet, denn erst dann werden sie von ihrem Kunden bezahlt. Dies verführt oft dazu, insbesondere den Erwerber nicht über bestehende Risiken aufzuklären.

Rechtliche und faktische Risiken wie Baumängel, fehlendes oder beschränktes Eigentum, fehlerhafte Eintragung im Grundbuch, insbesondere hinsichtlich der Grundfläche, Hypotheken, Grundsteuerschulden, Besitz-, Nutzungs- und Wegerechte, sowie auch alle sonstige Lasten lassen sich aber mit der entsprechenden Sach- und Rechtskenntnis sicher ausschließen. Der lastenfreie Erwerb des Eigentums kann durch die Einschaltung eines Rechtsanwaltes gewährleistet werden, und dazu muß sich der Erwerber noch nicht einmal im Land aufhalten. Alle Arten von Immobilienerwerb sind durch eine notarielle Vollmacht auch in Abwesenheit durch Stellvertreter möglich.

Auch sonst sind brasilianische Immobilien als sicher einzustufen, denn sie sind weder von Naturkatastrophen, noch von Kriegen oder Enteignungen bedroht. Immobilieneigentum steht nach der brasilianischen Verfassung zwar unter besonderem Schutz, aber in einem Land von kontinentalen Ausmaßen verfügt der Staat ohnehin schon über enorme Ländereien, so daß eine Enteignung für ihn in der Regel nicht von Interesse ist. Der brasilianische Staat braucht Geld, kein Land. Eine in allen Ländern der Welt durchaus mögliche, und von vielen Experten sogar erwartete, Währungsreform betrifft Immobilien nicht, und sie unterliegen auch nicht dem Wertverfall durch Inflation. Was den Erwerb brasilianischer Immobilien zusätzlich interessant macht, ist, daß durch den Erwerb zugleich die Erlangung einer unbefristete Aufenthaltserlaubnis in der Form des sogenannten Investorenvisums möglich ist, wenn man den Kauf über eine dafür zu gründende Firma vornimmt. Der Erwerb insbesondere mehrerer Immobilien über eine Firma bringt zudem noch steuerliche Vorteile bei Verwaltung und wirtschaftlicher Nutzung.

ENTWARNUNG

Der Streik der Fernfahrer ist offiziell beendet, und anders als bei der großen Überschwemmung in New Orleans blieb es in Salvador, wo wir leben und sich unsere Kanzlei befindet, ruhig. Es gab keine Plünderungen, keine Aufstände oder Tumulte, keine zivilen Unruhen. Das Militär war nirgendwo zu sehen und wurde auch nicht gebraucht. Es kam mit Ausnahme des Treibstoffs auch nicht zu nennenswerten Versorgungsengpässen. Für ein paar Tage war die wirtschaftliche Tätigkeit vermindert, in dem Sinne, daß einige Läden geschlossen blieben.

Der Fernfahrerstreik in Brasilien hat gleichwohl weltweites Medieninteresse erregt und wieder fühle ich mich berufen, zu diesem Anlaß ein paar Dinge zurechtzurücken: Es wird immer wieder berichtet, in Brasilien sei es um die öffentliche Sicherheit nicht sonderlich gut bestellt, so als sei dies ein brasilianisches Phänomen. Wie sieht es in dieser Richtung aber in den USA oder Europa aus? Auch dort glänzt die Polizei im Ernstfall zunehmend mit Abwesenheit. In den großen europäischen und nordamerikanischen Metropolen sind ganze Stadtteile für die lokalen Ordnungskräfte unbegehbar und teilweise verweigern die Versicherer dort wegen des hohen Vandalismusrisikos sogar den Abschluß von KfZ-Versicherungen. Mit Vorliebe wird in der internationalen Presse die brasilianische Kriminalität zum Thema gemacht, obwohl sich diese in ihren gewalttätigen Formen im wesentlichen unter diversen Fraktionen von Verbrechern und der Polizei abspielt und den Durchschnittbürger daher eher selten betrifft. Dadurch wird aber von einem anderen, internationalen, und den einzelnen Bürger viel stärker betreffenden Problem abgelenkt: Wie in den meisten anderen Ländern auch, ist leider in Brasilien eines der größten Probleme die Regulierungswut eines immer weiter anwachsenden Staates, der seinen Bürgern viel zu hohe Steuern auferlegt, und ihnen bei ihrem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Streben zunehmend im Wege steht.

Zumindest regt sich in Brasilien dagegen der Unmut, wie zuletzt im Fernfahrerstreik, der ein durchaus politischer Protest von Bürgern einer bestimmten Berufsgruppe war und trotz aller damit verbundener Härten beim Volk auf enormes Verständnis gestoßen ist. Natürlich haben die Gewerkschaftsfunktionäre sogleich versucht den Fernfahrerstreik als ihre Initiative auszugeben, aber es war eben keine gewerkschaftlich organisierte Aktion zur Durchsetzung von Lohnforderungen, sondern eine von Bürgern initiierte Bewegung zur Anprangerung von Mißständen. Daß die heutigen Gewerkschaften den etablierten Parteien mit ihren politischen Funktionären in jeder Hinsicht viel ähnlicher sind als klassischen Arbeiterbewegungen, haben die arbeitenden Bürger längst gemerkt. Der Brasilianer wehrt sich: im „lava jato“ zeigt die überbordende Korruption reale Konsequenzen in gerichtlicher Verfolgung und langen Haftstrafen der Verantwortlichen. Und Brasilien ist auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen vorbildlich: Immer mehr Gerichtsverfahren sind digital und somit leichter zugänglich, die Gehälter der einzelnen Staatsbediensteten werden für alle Bürger offen einsehbar im Internet ausgewiesen. Obwohl die übersensibilisierten Vertreter der Diskussionswissenschaften gerne das Gegenteil behaupten, gibt es in Brasilien auch keine nennenswerten Probleme mit Rassismus. Dies kann von anderen Ländern mit hohem schwarzen Bevölkerungsanteil, wie zum Beispiel USA, Frankreich oder Großbritannien sicher nicht so ohne weiteres behauptet werden.

Ich lebe seit 20 Jahren in Brasilien und habe es nie bereut. Natürlich will ich jetzt niemandem einreden, Brasilien sei das Land in dem Milch und Honig fließt. Es ist aber sicherlich auch nicht das, was Ihnen in der Zeitung verkauft wird.

Fernfahrerstreik

Obwohl es für das riesige Land bei weitem die wirtschaftlichste Form des Transportwesens gewesen wäre, wurde in Brasilien in einer rein politischen Entscheidung die Schiene  zugunsten der Interessen der gerade entstehenden Automobilindustrie sträflich vernachlässigt. Der Staat hat in einem für die damalige Zeit beispiellosen Programm  ein weit verzweigtes, teuer zu unterhaltendes  Straßennetz angelegt, und fast der gesamte Waren- und Gütertransport wird nun über Lastwagen auf oftmals halsbrecherischen Straßen abgewickelt. Ein harter Job für die brasilianischen Fernfahrer, sicherlich, und aufgrund der bewußten Vernachlässigung eines staatlichen Schienennetzes trifft der am Montag begonnene Streik der „Kapitäne der Landstraßen“ das Land nun ins Mark. Bereits gestern, Donnerstag, bildeten sich vor den Tankstellen lange Schlangen, in der Hoffnung, den letzten Treibstoff zu ergattern, da derzeit  kein neuer mehr angeliefert wird. In den Großstädten ist es nur eine Frage von Tagen, bis die Versorgung mit Lebensmitteln ernsthaft in Gefahr geraten wird. Aufgrund der fehlenden Bahnstrecken haben die Brummifahrer die Logistik des Landes in der Hand, ihr Streik hat damit eine einzigartige Stellung in einem Staat, in dem insbesondere die staatlichen Angestellten mit schöner Regelmäßigkeit in den Streik treten, um ihre bürgerfinanzierten Privilegien weiter aufzu-stocken. Bemerkenswert ist, daß es bei dem seit Mittwoch andauernden landesweiten Streik der Fernfahrer nicht etwa um die Erlangung persönlicher Vorteile in Form einer Lohnerhöhung geht, sondern vielmehr die Reduzierung diverser Steuern, die alle brasilianischen Bürger gleichermaßen  belasten, gefordert wird. Es geht hier also um etwas Grundlegendes! Eine weitere Besonderheit ist, daß es sich hier nicht um einen gewerkschaftlich organisierten Streik handelt, auch wenn die wichtigsten Gewerkschaften des Transportwesens wie CNTA, ABCAM und UNICAM zwischenzeitlich mit aufgesprungen sind. Vielmehr hatten die Fernfahrer den Streik über die sozialen Medien untereinander selbst organisiert.

Für andere Länder durchaus vorbildlich, werden in Brasilien derzeit korrupte und kriminelle Individuen aus der Politkerkaste entfernt. Dies ist selbstverständlich positiv zu bewerten. Das Problem, das dabei allerdings übersehen wird, ist, daß die Wurzel allen Übels bereits im System der bestehenden Scheindemokratie mit ihren staatlichen Vertretern, die sich in einer schamlosen Selbstbedienungsmentalität um die vom Bürger zwangsweise unterhaltenen staatlichen Freßtröge drängen, angelegt ist. Ich verwende hier bewußt den Ausdruck „Staatsverteter“ und nicht Volksvertreter, denn daß von diesen, lediglich sich selbst und ihrer Partei verpflichteten, Politikfunktionären in irgendeiner Form die Interessen des beherrschten Volkes vertreten würden,  ist eine in vielen Ländern zwar noch immer aufrecht erhaltene Illusion, die aber weltweit immer weniger Bürger zu überzeugen vermag. Die sogenannte „Politikverdrossenheit“ ist kein brasilianisches Phänomen.  Wenn also nicht auch das korrupte, bürgerferne politische System beseitigt wird, werden die grundlegenden Probleme, nämlich Korruption, Ineffizienz, fehlender Einfluß der Bürger und damit die Förderung von Selbstbedienungsmentalität, Vettern- und Mißwirtschaft, die schamlose Plünderung der öffentlichen Kassen, sowie grundsätzlich eine viel zu hohe Staatsquote, einfach weitergehen.

Aus diesem Blickwinkel ist es interessant, daß nun während des Fernfahrerstreiks Stimmen aus der Führung des brasilianischen Militärs laut werden, die offen die Abschaffung des korrupten Systems fordern und die Fernfahrer in ihrem Kampf gegen die unterdrückerische Steuerlast,  sowie ihrem grundlegenden Angriff auf das System ausdrücklich unterstützen.  Interessant ist auch, daß die Aussicht einer Machtergreifung des Militärs in breiten Schichten des brasilianischen Volkes keineswegs als Übel betrachtet wird.  Das bestehende System hat sich in den Augen seiner Bürger selbst diskreditiert, und die Notwendigkeit der Nachjustierung eines außer Rand und Band geratenen Steuersystems  ist außerhalb des Kreises der staatlich Alimentierten ohnehin Konsens. Trotz der offensichtlichen Härten die der Streik für den einzelnen Bürger mit sich bringt, kursiert in den sozialen Netzwerken unter Brasilianern derzeit das Motto „Somos todos caminhoneiros!“ (Wir sind alle Fernfahrer!) Brasilien macht es vor, folge wer Mut hat.

„Somos todos caminhoneiros!“

Wieso Brasilien? (Zweisprachig)

Was spricht für Brasilien?

  • Brasilien hat eine von europäischen Werten geprägte Gesellschaft mit moderner Gesetzgebung, die Respekt für Homosexuelle, Frauen, unterschiedliche Rassen und Religionen zeigt und freie Meinungsäußerung zuläßt;
  • Brasilien ist das fünftgrößte Land der Welt und von kontinentalen Ausmaßen;
  • Vom Amazonas Regenwald bis zu weißen Sandstränden wird eine unglaubliche Vielfalt an verschiedenen Landschaften geboten;
  • Die brasilianische Wirtschaft übersteigt jedes andere südamerikanische Land;
  • Brasilien ist eines der rohstoffreichsten Länder der Erde;
  • Brasilien verfügt über den größten flüssigen Süßwasservorrat der Erde;
  • Tropisches Klima;
  • Spaß und Unterhaltungskultur: Rio de Janeiro, „Carnaval“, Fußball und vieles mehr!
  • Immobilienboom an den Küsten des Nordostens;
  • Sicheres Eigentumsrecht;
  • Niedrige Eigentumssteuern;
  • Verschiedene maßgeschneiderte Aufenthaltserlaubnisse;
  • Das Land kann seine Bevölkerung ernähren, da es über eine gut funktionierende landwirtschaftliche Produktion und große Flächen noch brachliegenden Agrarlandes verfügt;
  • Brasilien wird nicht von Naturkatastrophen heimgesucht;
  • In Brasilien werden für Geldanlagen noch substantielle Zinsen gezahlt.

 

Why Brazil?

-Brazil is a society characterized by European values with modern laws that respect homosexuals, women, different races and religions and allows free speech;

-Brazil is the fifth largest country in the world of continental scale;

-Amazing assortment of environmental sceneries from Amazon rainforest to white sand beaches;

-It has an economy which surpasses every other South American country.

-Brazil is one of the countries with the biggest natural resources;

-Brazil has the largest supply of liquid freshwater;

-Tropical climate.

-Fun and entertainment culture: Rio de Janeiro, Carnival and more!

-Property boom on the North-eastern Coast.

-Safe property rights.

-Low property taxes.

-Visas for multiple-customs entries;

-The country is actually in a position to feed its population without dependency on imports, since it counts on a well-organized agricultural production with huge areas of unused fallow land;

-Brazil doesn´t get hit by natural disasters;

-The Brazilian banking system  still pays substantial interest for money deposits.

 

The country boasts of a huge variety of landscapes, from the dense jungle of the Amazon Rainforest to the beautiful white beaches of the 7,250 kilometres coastline, to the mountains, valleys and waterfalls of the interior.

Such diversity, along with the wonderful climate, the rich cultural life and the hospitality and passion of Brazilian people, has made Brazil one of the best tourist destinations in the world, having something to offer to everyone.

The best opportunities for investment are in the north-eastern coast. The rainforest sweeps down to some of the most beautiful beaches of the world, the north of Brazil can combine a wild, tropical feeling with a luxury standard of living. Despite this, prices in Brazil are still below the market average prices and high-level houses, created for the international market, are available from US$ 100.000,- up.