Warum Südamerika? – Eine Erfolgsgeschichte:

Tendenziell stehen die europäischen Medien der Auswanderung von Europäern kritisch gegenüber. Häufig herrscht in den einschlägigen Reportagen der Geist vor, daß es für Europäer außerhalb Europas und vielleicht noch Nordamerikas nichts zu gewinnen gäbe. Oft werden in den meist als Serien produzierten Reportagen des „Auswanderungsgenres“ völlig unvorbereitete und finanziell zu schwach ausgestattete Auswanderer begleitet, die dann auch entsprechend oft scheitern. Jedoch, anders als die Mainstreammedien Sie glauben machen wollen, findet europäische Auswanderung nach Lateinamerika seit dem frühen 19. Jahrhundert äußerst erfolgreich statt. Die „Neue Welt“ enttäuschte die meisten Zugewanderten nicht. Europäische Auswanderung nach Südamerika fand zunächst vornehmlich nach Brasilien, Argentinien und Chile statt, wobei diese Einwanderungen zumeist recht positiv verliefen: Deutschstämmige Einwanderer stellen so zum Beispiel einen überdurchschnittlich hohen Anteil der Akademiker, Unternehmer und Mittelklasse in Brasilien mit überdurchschnittlich hohem Einkommen und Bildungsgrad, sowie weit unterdurchschnittlicher Arbeitslosenquote. Deutschstämmige Gemeinden im Süden Brasiliens, wie etwa Blumenau oder Pomerode, haben sich unter Bewahrung ihrer Traditionen hervorragend in die brasilianische Gesellschaft integriert und traditionelle deutsche Volksfeste, wie etwa das seit 1984 auch in Blumenau im südlichen Bundesstaat Santa Catarina gefeierte Oktoberfest, erfreuen sich unter den Brasilianern zunehmender Beliebtheit und entsprechend großem Andrang. Deutsches Bier genießt einen hervorragenden Ruf, ebenso wie deutsche Waren und Dienstleistungen ganz allgemein.

Mit den Ex-Staatspräsidenten Ernesto Geisel und Fernando Collor de Mello, gelangten Deutschbrasilianer gar in das höchste Staatsamt, und der Deutschbrasilianer Oscar Niemeyer hat bei der Erbauung der Hauptstadt Brasília seine architektonische Handschrift hinterlassen. Die deutschen Einwanderer entfalten auch sonst ihren Einfluß in der brasilianischen Gesellschaft: immerhin ist auch das brasilianische Supermodel Gisele Bündchen Deutschbrasilianerin, ebenso wie die Schauspielerinnen Vera Fischer und Caroline Dieckmann, der Tennisspieler Gustavo Kuerten, Model und Fernsehmoderatorin Ana Hickmann und die jahrzehntelange Fernsehmoderatorin Xuxa Meneghel, um nur einige zu nennen.

Das von deutschen Einwanderern in Bahia, Brasilien gegründete Bauunternehmen „Norberto Odebrecht“ ist das größte in Südamerika und zählt zu den größten weltweit. Die Firma ist zwar schlecht beleumundet, seit erwiesen ist, daß sie in großem Stil Bestechungszahlungen an brasilianische Politiker aller Fraktionen geleistet hat. Jedoch, als Familienunternehmen das Verantwortung gegenüber seiner Belegschaft trägt und für seine wirtschaftliche Existenz auf den Erhalt staatlicher Aufträge angewiesen ist, zähle ich solche Firmen eher zu den Opfern eines flächendeckenden staatlich  installierten Korruptionssystems. Ich zitiere sie daher dennoch, schließlich bleibt sie ein Beispiel für den kometenhaften unternehmerischen Aufstieg deutscher Einwanderer innerhalb weniger Generationen.

Der Bundesstaat São Paulo mit der gleichnamigen Metropole ist nach dem Ruhrgebiet der größte deutsche Industriestandort und verfügt über die weltweit größte deutsche Außenhandelskammer. Fast alle deutschen Industrieunternehmen von Weltrang besitzen in Brasilien eine Niederlassung.

In heutiger Zeit haben etwa 10 Prozent der Brasilianer deutsche Vorfahren, die vor allem in den südlichen Bundesstaaten Rio Grande do Sul, Santa Catarina und Paraná, aber auch in São Paulo, Rio de Janeiro und Espírito Santo leben. Deutsche Kultur und Traditionen werden in Brasilien vorbehaltlos anerkannt, auch bezüglich der jüngeren deutschen Geschichte sind die Südamerikaner generell verzeihender eingestellt als die Europäer.

Brasilien verfügt über die weltweit größten Süßwasserreserven und über enorme bisher noch ungenutzte Flächen fruchtbaren Landes. Im Gegensatz zu den meisten europäischen Nationen verfügt Brasilien ganz allgemein über gewaltige Naturresourcen und eine deutlich jüngere Bevölkerung, sowohl klimatisch als auch landschaftlich ist von Nord nach Süd für jeden etwas dabei. Der EURO steht günstig zum brasilianischen Real und die Grundstückspreise fallen. Grundstücke zu erwerben ist mit der entsprechenden Beratung sicher und selbst in Abwesenheit relativ einfach. Die Zinsen sind hoch, wo anderswo Nullzinspolitik betrieben wird. Wenn man über Gesellschaftsanteile an einer brasilianischen Firma verfügt, ist es derzeit noch recht einfach, Geldvermögen als Kapitaleinlage oder Kapitalerhöhung aus dem jeweiligen europäischen Land nach Brasilien zu transferieren. Solche Gesellschaftsanteile zu erwerben ist derzeit auch noch leicht zu machen. Das wird nicht immer so sein. Die Tendenz geht weltweit leider dazu, daß man über sein Geld immer weniger frei verfügen kann.

Zwar ist seit dem 17. Jahrhundert vornehmlich Nordamerika ein klassisches Einwanderungsziel für Europäer gewesen, mit ebensolchen Erfolgsgeschichten. In jüngster Zeit leidet die nordamerikanische Gesellschaft jedoch unter denselben strukturellen und sozialen Problemen wie Europa, was für Auswanderer aus dem alten Kontinent nunmehr keine wesentliche Veränderung der Lebensumstände mehr erwarten läßt. In den USA werden europäische Auswanderer heutzutage daher im Wesentlichen das vorfinden, was Sie in Europa hinter sich lassen wollen.

Anders als in den meisten asiatischen oder sozialistischen Ländern ist Ausländern der Erwerb von Eigentum an Immobilien und Unternehmen in Brasilien möglich. Auch Aufenthalts- und Arbeitserlaubnisse werden unter den richtigen Umständen erteilt. Die Durchdringung der überwiegend europäisch geprägten Gesellschaften Lateinamerikas gestaltet sich für den europäischen Einwanderer einfacher als bei den streng traditionell ausgerichteten Gesellschaften Asiens, wo viele Ausländer Zeit ihres Lebens als Fremdkörper einer Parallelgesellschaft angehören. Insbesondere Brasilien hat als katholisch geprägtes Land eine starke europäische Tradition, die das Einleben sehr erleichtert, wenn man es zum Beispiel mit klassischen Rentnerzielen wie Thailand, Türkei etc. vergleicht.

Wie aufgezeigt, war die europäische Einwanderung nach Lateinamerika in der Vergangenheit ein Erfolgsunternehmen. In einer mit mehr als 7 Milliarden Menschen im Prinzip überbevölkerten Welt und dem weiterhin exponentiellen Anstieg der Menschheit, haben sich allerdings auch in den klassischen Einwanderungsländern Südamerikas die bürokratischen Hürden stetig erhöht. Während zum Beispiel im Jahre 2000 die Investitionssumme für das brasilianische Investorenvisum noch bei brasilianische Reais (R$) 150.000,- lag, so wird hierfür nunmehr eine Investition in Höhe von R$ 500.000,- verlangt, was allerdings zu einem Teil auch der Inflation der brasilianischen Währung geschuldet ist. Der Zeitfaktor spielt somit eine wichtige Rolle bei der Abwägung, ob und wo man einwandert, denn in jüngster Zeit kehren sich die Zuwanderungsströme teilweise um: Einwohner afrikanischer Staaten wandern vermehrt in Europa ein, Europäer wiederum, die in den letzten fünfzig Jahren eher eine Zuwanderung aus den früher zumeist armen südamerikanischen Staaten erlebt hatten, machen sich ihrerseits wieder verstärkt dazu auf, den Atlantik zu überqueren. Außerdem handelt es sich bei diesen Wanderungsbewegungen zunehmend um ein Massenphänomen. Daher werden die entsprechenden Zuwanderungsländer früher oder später alle mit gesetzlichen Zuzugsbegrenzungen reagieren. Das ehemalige Einwanderungsland Australien ist ein Paradebeispiel dafür, wie restriktiv solche Maßnahmen dann sein können. Man sollte sich also rechtzeitig zu diesem Schritt entschließen und sich dann durch umfassende und gründliche Information gut vorbereiten. Für Brasilien stehen wir Ihnen dabei gerne zur Seite.

Übernahme von Gerichtsverfahren in ganz Brasilien!

In Brasilien werden Gerichtsverfahren zunehmend digitalisiert. Das bedeutet, daß nun die Einreichung etwa einer Klage und die Eingabe von Schriftsätzen, Beweismitteln wie Fotos, Dokumente etc., sowie die anschließende Begleitung des Verfahrens sämtlich über das Internet über spezielle Anwaltsportale erfolgt. Die entsprechende Umstellung von herkömmlichen „physischen“ Verfahren auf digitale Verfahren geht dabei schnell vor sich. Dies hat zur Konsequenz, daß für brasilianische Anwälte, deren Zulassung grundsätzlich die Tätigkeit im gesamten brasilianischen Staatsgebiet erlaubt, die Übernahme von Verfahren überall im riesigen Land sehr viel einfacher geworden ist, da eine Präsenz nur noch bei den wenigen Verhandlungsterminen erforderlich ist. Entsprechend können auch unsere Anwälte nun Gerichtsverfahren in ganz Brasilien übernehmen.

Über diesen Blog

Willkommen im Blog der Kanzlei Bernardo. Was werden wir an dieser Stelle bieten?

Wie es auf den Seiten mittelständischer Unternehmen wie dem unseren üblich ist, werden auch wir uns selbst, also unsere Mitarbeiter, Kompetenzen und Dienstleistungen darstellen, zusätzlich wollen wir dem geneigten Publikum aber auch unser wunderbares Gastland, den grünen Riesen Brasilien erklären und näherbringen.
Wir wollen hier also nicht nur für unsere Kanzlei, sondern auch für ein Land werben, das leider in den Medien oft falsch verstanden und daher unrichtig dargestellt wird.
So werden wir hier Neuigkeiten aus der brasilianischen Gesellschaft, Politik und Gesetz darstellen und kommentieren. Auch wollen wir Beiträge einstellen, die zu den neuesten Entwicklungen der brasilianischen Wirtschaft und Rechtslage Stellung nehmen. Als Kenner vor Ort wollen wir uns als alternative Quelle für Informationen aus Brasilien etablieren, werden das aber  wohlgemerkt aus unserem subjektiven Horizont und unserer eigenen Interessenlage folgend tun. Wir werden uns  also weder umfassend noch regelmäßig äußern, melden uns aber immer dann, wenn wir der Ansicht sind, dazu sollten wir etwas sagen.
Wie bereits dargestellt, wollen wir mit den Beiträgen in diesem Blog auch ein besseres Verständnis für Brasilien fördern. Dies deshalb, weil wir zunehmend den Eindruck haben, daß Brasilien in den Medien derzeit etwas unfair behandelt, insbesondere übertrieben negativ dargestellt wird. Dem dadurch entstehenden falschen Eindruck möchten wir hier entgegenwirken.
Außerdem werden wir bestimmte rechtliche Themengebiete auf denen wir tätig sind, wie Firmengründung, Aufenthaltserlaubnis, Nachlaßverfahren oder Immobilienerwerb eingehender behandeln. Während unserer langjährigen Arbeit in Brasilien mit speziellem Fokus auf die rechtlichen Bedürfnisse von Ausländern, haben wir uns natürlich hauptsächlich mit solchen Rechtsgebieten befaßt, die im Interesse der Mandantschaft lagen, so wie die oben erwähnten, wo wir entsprechend vertiefte Kenntnisse erworben haben.

Zu uns:

Unsere Kanzlei entstand bereits 1997 in Salvador da Bahia, der Hauptstadt des Bundesstaates Bahia im Nordosten Brasiliens. Für Brasilien sind wir erfahrene Spezialisten und zudem werden Sie bei uns von deutschsprachigen Anwälten betreut, die aufgrund ihrer Kanzleistruktur vor Ort das Besprochene anschließend auch zuverlässig umsetzen können. Da wir selbst seit Jahren in Brasilien leben, kennen wir die den Mandanten dort bevorstehenden Herausforderungen und wissen sie zu meistern.
Als einzige auf ausländische Mandanten ausgelegte Full-Service-Kanzlei mit internationaler Besetzung und einem in Deutschland zugelassenen Rechtsanwalt im Bundesstaat Bahia bieten wir für unsere Mandanten Beratungsleistungen in allen Angelegenheiten des deutsch-brasilianischen Rechts und der lokalen Verwaltungspraxis. Insbesondere begleiten wir Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum bei der Planung und Durchführung von Handels- und Investitionsprojekten.

Zu Brasilien:

In letzter Zeit gerät Brasilien immer wieder wegen Themen wie Kriminalität, Korruption und Gewalt in die Schlagzeilen. Das ist jedoch viel zu einseitig und überzeichnet: In Salvador zum Beispiel, ist es in der Regel nicht gefährlicher als in der Frankfurter Innenstadt. Der Großteil der Kriminalität spielt sich in Brasilien nämlich unter Kriminellen, vorwiegend in der Drogenszene ab und ist zudem auf bestimmte, leicht zu vermeidende Ort wie eben die berühmt-berüchtigten Favelas konzentriert. Sozialromantiker aus aller Welt suchen Favelas in Kenntnis des entsprechenden Risikos trotzdem auf und den meisten geschieht nichts.
Wollen wir realistisch sein: Was die Sicherheit anbelangt, können Sie auch in Paris, New York oder Berlin nicht einfach so zu jeder Stunde in jedes Viertel gehen. Insofern kommt uns die Berichterstattung über Brasilien auch ein wenig unfair vor. Aufgrund der demographischen Entwicklung vertreten die Regierungen in Europa ja seit längerem fast unisono die Ansicht, daß ihre Völker schwinden und überaltern. Kann es da sein, daß mit unfairen Tricks gespielt wird, um die Leute im Land zu halten?

Unsere Sichtweise: Brasilien ist ein wunderbares Land von großer Schönheit.
Trotz der Korruption, die sich aber leider auch in vielen anderen Ländern zunehmend findet, ist Brasilien eine seit über 30 Jahren stabile Demokratie. Zudem muß man den Brasilianern fairerweise zugute halten, daß sie seit geraumer Zeit dabei sind, mit ihrer Korruption aufzuräumen und daher in dieser Hinsicht anderen Ländern sogar als Vorbild gelten können. Erst vor Kurzem wurde die Verurteilung des Expräsidenten Lula wegen Korruption und Geldwäsche bestätigt und von 9 Jahren und 6 Monaten auf 12 Jahre und 1 Monat erhöht!
Brasilien ist zudem in vielerlei Hinsicht ein ruhiges Land: Keine Tsunami, keine Erdbeben, keine Aufstände, keine Rebellen und Terroristen und daher auch keine terroristischen Anschläge, wie sie in Europa oder den USA mittlerweile zur traurigen Realität gehören.
Brasilien verfügt noch immer über riesige brachliegende fruchtbare Landflächen und über die größten Süßwasservorräte der Welt, was in nicht allzu ferner Zukunft, auf einem Planeten auf dem derzeit 7,6 Milliarden Menschen leben, mit schnell steigender Tendenz, von größerer Bedeutung sein wird als Öl.
In Brasilien kann man zudem auch legal einwandern ohne politisch verfolgt zu sein. Versuchen Sie das derzeit mal in Neuseeland oder Australien. Selbst die USA als klassisches Einwanderungsland für Europäer ist in dieser Hinsicht schwierig geworden. Brasilien hat außerdem eine europäisch geprägte Gesellschaft mit moderner Gesetzgebung mit dem nötigen Respekt für Homosexuelle, Frauen, unterschiedliche Rassen und Religionen.
In Brasilien zu leben ist auch durchaus komfortabel, denn die Dinge, auf die es im täglichen Leben ankommt, funktionieren: Öffentliche Verkehrsmittel, Strom- und Wasserversorgung, Paket- und Postzustellung, schnelles Internet, kulinarisch abwechslungsreiche Küche mit vielfältigem Angebot und funktionierender Sanitärkontrolle. In brasilianischen Bars und Restaurants zubereitete Speisen können unbedenklich verzehrt werden und auch in den brasilianischen Tropen muß man auf Eis in seinem Drink nicht verzichten…