Romantische Wegbeschreibung

Wie andere Kanzleien auch, nehmen wir junge Juristen aus Deutschland zur mehrmonatigen Ausbildung auf. Wir tun dies gern, denn auf diese Weise bricht der Kontakt unserer Kanzlei mit den Juristen des sich gesellschaftlich und gesetzlich stetig wandelnden Deutschland nicht ab. Das „junge Blut“ hilft uns dabei, den Anschluß zur Heimat nicht zu verlieren. Diese sogenannten Rechtsreferendare sind junge Menschen voller oft brauchbarer Ideen und die eine oder andere davon ist auch schon in unsere Arbeit eingeflossen. So ist zum Beispiel unsere Hauptseite im Wesentlichen von einem ideenreichen Rechtsreferendar aus Deutschland während seines viermonatigen Aufenthalts in unserer Kanzlei konzipiert worden. Es gab auch noch andere Ideen, zum Beispiel für eine bilderreiche Wegbeschreibung für die Anfahrt zu unserem Büro, die dabei einen Teil der Schönheit der Altstadt zeigt, in der unsere Kanzlei untergebracht ist. Dies wurde dann aber zugunsten eines eher nüchtern standardisierten Designs unter Verwendung von Google Maps verworfen. Hier im Blog möchte ich diese Idee aber präsentieren. Schlendern sie doch einmal anhand der Bilder von der sogenannten „Oberstadt“ zu unserer Kanzlei in der „Unterstadt“ und bekommen Sie dabei ein Gefühl für die Schönheiten von Salvador da Bahia (und das gleich zweisprachig):

Nur einen Steinwurf vom historischen Zentrum Salvadors, dem berühmten Pelourinho, entfernt, befindet sich die Kanzlei Bernardo im Herzen des geschäftigen Comércio, dem alten Handelszentrum von Salvador.

Just a short hop from the historical center of Salvador, the well known Pelourinho, Bernardo law firm is located right in the heart of the old commercial center of Salvador, the Comércio.

 

Am Praça Municipal befindet sich der Eingang zum Aufzug Lacerda, der die Oberstadt (Pelourinho) mit der Unterstadt (Comércio) verbindet.

At the Praça Municipal you find the Elevator Lacerda which connects the Upper City (Pelourinho) with the Lower City (Comércio).

 

 

Von hier aus können Sie unser Büro bereits sehen.

From up here you can already see our office.

 

 

Fahren Sie mit dem Aufzug hinunter und gehen Sie rechts am Mercado Módelo vorbei, in dem in über 60 Ständen Kunsthandwerk und afro-brasilianische Souvenirs aller Art verkauft werden.

Take the elevator and pass on the right hand sight the Mercado Módelo, a handicrafts market with more than 60 stalls for all kind of afro-Brazilian souvenirs.

 

 

In der Rua da Bélgica 10, direkt vor dem Terminal Maritimo, an dem die Fährboote auf die Insel Itaparica ablegen, finden Sie unsere Kanzlei im zehnten Stock dieses Gebäudes.

In Rua da Bélgica 10, right in front of the Terminal Maritimo, from where the ferry leaves to the Isle of Itapatica, you will find our law firm in this building on the 10th floor.

 

 

Von hier aus können Sie den beeindruckendem Blick auf über die Altstadt, die Marina mit ihren Jachten, das Forte São Marcelo und über die weite Bucht Baía de Todos os Santos genießen.

 From up here you can enjoy an amazing view ovelookingr the old town, the Marina with its beautiful yachts, the Forte São Marcelo and the wide bay Baía de Todos os Santos.

„LULA“

Aus  Anlaß der erfolgten Abweisung eines weiteren Rechtsmittels das die Rechtsanwälte des ehemaligen brasilianischen Staatspräsidenten Luis Inácio Lula da Silva (von seinen vielen Anhängern liebevoll „Lula“ genannt) gegen die Vollstreckung seiner  Verurteilung  eingelegt hatten, möchte ich die Einschätzung abgeben, daß dies Grund zur Hoffnung gibt. Die Bedeutung der Entscheidung liegt vor allem darin, daß dies eine erneute Kandidatur und entsprechenden Wahlsieg des bei großen Schichten des brasilianischen Volkes überaus beliebten Politikers mit hoher Wahrscheinlichkeit ausschließt, wenn auch die endgültige Entscheidung darüber erst bei formeller Einreichung seiner Kandidatur getroffen werden wird. Die Verhinderung einer erneuten Kandidatur des Ex-Präsidenten ist meines Erachtens von größter Wichtigkeit für die Erholung des Landes, das nunmehr (wie viele andere auch) in einer tiefen wirtschaftlichen und politischen Krise steckt, obwohl es unter Lulas Vorgänger Fernando Henrique Cardoso vergleichsweise gut aufgestellt war. Als Beispiele der Gründe für meine positive Beurteilung der Regierungszeit „FHC“s sollen die Zügelung der galoppierenden Inflation durch den „Plano Real“, das Aufblühen des Tourismus, die Einführung zahlreicher Sozialleistungen, die Verleihung des Investment Grades unter Lula als Folge der zuvor vollbrachten Reformleistungen, sowie diverse Privatisierungen dienen, alles Errungenschaften der Politik von Lulas Vorgänger FHC.

Was hat Lula zu verantworten? Abgesehen von der  ausbeuterischen Selbstbedienungsmentalität der politischen Klasse, die, wie ich betonen möchte, auch in vielen anderen Ländern zu beklagen ist, hat Lula das Land auf Kosten des dauerhaft abstiegsgefährdeten brasilianischen Mittelstandes zu einer kurzlebigen Scheinblüte geführt, indem er zwar einerseits die staatlichen Transferleistungen an die armen Bevölkerungsschichten erhöht, insbesondere aber die ohnehin schon überbordende Staatsquote weiter aufgebläht hat. Brasilien ist mit einem übermäßig großen, teuren und ineffektiven öffentlichen Sektor geschlagen, der weiter wächst und schon lange unbezahlbar geworden ist, wie man an bankrotten Staaten wie Rio de Janeiro leicht erkennen kann. Lula hat mit seiner Partei „PT“ virtuos den für sozialistisch ausgerichtete Regierungen üblichen Stimmenkauf mit Staatsgeldern betrieben und dabei die Staatskasse auf allen politischen Ebenen geplündert, wie mittlerweile ja auch gerichtlich  hinlänglich erwiesen ist.

Das grundsätzliche Problem, daß der Staat im Vergleich zu der ihn tragenden Privatwirtschaft viel zu groß ist und immer weiter wächst, ist in Brasilien leider ausgeprägter als in vielen anderen Ländern.

Es soll hier aber aufgrund des spezifischen Fokus dieses Blogs nicht unerwähnt bleiben, daß die Krise für Ausländer in vielerlei Hinsicht eine Gelegenheit bedeutet, da die zu Lulas Zeiten völlig überbewerteten brasilianischen Immobilien und die brasilianische Währung „Real“ nun erneut realistisch bemessen werden. Seit der „Bankenkrise“ (eher Mißwirtschaftskrise) von 2008, mit der die Welt wie schon so oft aus den USA beglückt wurde, ist es in Europa und USA, abgesehen vom risikobehafteten Aktienmarkt, schwer geworden lohnende Anlagen zu finden.

Brasilianische Immobilien sind sicher und werthaltig, mir ist es in den über 20 Jahren meiner Tätigkeit in Brasilien noch nicht untergekommen, daß ein Ausländer, der brasilianische Immobilien erworben hat, damit Verlust gemacht hätte. Ganz im Gegenteil, vielen Ausländern war es in der Vergangenheit möglich gewesen, die Immobilien zu einem günstigen Wechselkurs, also starke Eigenwährung im Vergleich zum Real, und dabei niedrigem Grundstückspreis zu kaufen und anschließend zu einem wiederum günstigen Wechselkurs, diesmal entgegengesetzt, nämlich starker Real im Vergleich zur Eigenwährung, und hohem Preis, wieder zu verkaufen, wodurch gleich ein doppelter Gewinn erzielt wurde. Die hier von mir getroffene Aussage, daß man mit brasilianischen Immobilien sicher fährt, gilt natürlich nur, insofern der Erwerb nach den Regeln der Kunst, also juristisch korrekt, durchgeführt wurde. Leider werden von euphorischen ausländischen Käufern häufig die Vorsichtsmaßnahmen, die sie im eigenen Land wie selbstverständlich beachten würden, außer acht gelassen. Oft werden solche Geschäfte von unbedarften Ausländern im Eifer des Gefechts „per Handschlag“, also ohne Rechtsanwalt und Notar auf Risiko vorgenommen. Machen Sie sich keine Illusionen: Geld, das sie bei einem Immobilienkauf einmal bezahlt haben, werden Sie, wenn sich anschließend herausstellt, daß die Immobilie mit ihren Wert stark beeinträchtigenden rechtlichen oder tatsächlichen Mängeln behaftet ist, nicht zurückerhalten. Darauf abzielende langwierigere und kostspielige Gerichtsverfahren werden in aller Regel ins Leere gehen, da der brasilianische Verkäufer das Geld üblicherweise bereits ausgegeben haben wird, um seine Schulden zu tilgen und es in der Familie zu verteilen. Vergessen Sie bitte nicht, daß die meisten Menschen ihre Immobilien verkaufen, weil sie sich in einer wirtschaftlichen Situation befinden in der sie Geld brauchen. Das gilt ganz besonders für die „Gelegenheiten“.