Masseneinwanderung aus Venezuela und ihre Konsequenzen

Brasilien steht  vor der Herausforderung einer seit Monaten anhaltenden Masseneinwanderung über die noch offenen Grenzen des im Norden gelegenen Bundesstaates Roraima. Obwohl die Zahlen sich längst nicht mit der aktuellen Einwanderung in einige Länder Westeuropas vergleichen lassen, fühlen sich die Brasilianer im Norden des Landes durch die derzeit stattfindende Masseneinwanderung von mittellosen Venezolanern überrannt.

Die Auswirkungen auf das fünftgrößte Land der Erde mit seiner relativ dünnen Besiedlung und großen brachliegenden Landflächen, sowie den größten flüssigen Süßwasserreserven der Welt, ist dabei nicht annähernd so gesellschaftsverändernd wie andernorts, zumal es nicht über dieselben vergleichsweise üppigen Sozialsysteme verfügt wie die derzeitigen Haupteinwanderungsländer in Europa.  Zudem handelt es sich bei den Migranten um Personen derselben Religion und desselben europäisch-indigenen Kulturkreises wie auch im brasilianischen Norden, was eine Eingliederung wesentlich vereinfacht.

Dennoch wird sich die gesellschaftliche Diskussion auf die derzeit noch liberalen brasilianischen Einwanderungsgesetze im Sinne einer zu erwartenden weiteren Verschärfung auswirken. Eine Tendenz, die sich in den vergangenen Jahren ohnehin beobachten ließ: Während zum Beispiel im Jahre 2000 die Investitionssumme für das brasilianische Investorenvisum noch bei brasilianische Reais (R$) 150.000,- lag, so wird hierfür nunmehr eine Investition in Höhe von R$ 500.000,- verlangt, was allerdings teilweise auch der Inflation der brasilianischen Währung geschuldet ist.  Wer sich mit dem Gedanken trägt, nach Brasilien auszuwandern, sollte diese Pläne nicht auf eine allzu lange Bank schieben.