Ein paar Gedanken zur Weltlage

Den Nachrichten war vor Kurzem zu entnehmen, daß die Rüstungsausgaben der Länder dieser Welt auf ihrem höchsten Stand seit dem kalten Krieg angelangt seien. Dies betrifft vor allem die USA, die EU, Rußland und China, und ruft die alte Weisheit in Erinnerung, daß wo sich Waffen angehäuft haben, es noch immer auch zum Krieg gekommen ist. Wachsende Spannungen zwischen auf der einen Seite den USA/ EU und auf der anderen Seite Rußland/ China, bereits laufende und immer weiter verschärfte Wirtschaftssanktionen, sowie ein drohender Handelskrieg lassen nichts Gutes erahnen, insbesondere wenn man sich vor Augen hält, daß auch den beiden Weltkriegen Wirtschaftssanktionen, Handelsboykotte und Handelskriege vorgeschaltet waren. Handelskriege haben in der Geschichte häufig der Vorbereitung heißer Kriege gedient. Wo sich ein solcher Krieg abspielen würde liegt auf der Hand, in Südamerika jedenfalls eher nicht.

Hinzu kommt, daß der Ausbruch des gerade einmal 73 Jahre zurückliegenden zweiten Weltkriegs ganz wesentlich von der vorangehenden Wirtschafts- und Finanzkrise erleichtert wurde, die wie auch diesmal von den USA ausgingen und schon bald die ganze Welt erfaßte. Die Parallelen sind unübersehbar. Es häufen sich ernstzunehmende Stimmen namhafter Finanz- und Wirtschaftsexperten, welche gar einen weiteren Finanzcrash vorhersagen, der die Auswirkungen der Finanzkrise von 2008 noch bei Weitem übersteigen soll. Für diesen Fall sind für die meisten Vermögen riesige Verluste zu erwarten, Geldentwertung, Währungsreformen, massive Steuererhöhungen und andere staatliche Schrecknisse erscheinen dann wahrscheinlich.

Eine Völkerwanderung gigantischen Ausmaßes tut das übrige, um Instabilität in die Beziehungen der Staaten zu bringen, wie man derzeit in der EU sehr gut beobachten kann.

Nach dem zweiten Weltkrieg gab es insbesondere in den USA und Westeuropa eine verhältnismäßig kurze Wohlstandsphase, als direkte Folge der Tatsache, daß die Menschheit zahlenmäßig reduziert war, und es an Arbeitskräften und auch sonst an allem mangelte. Dies machte insbesondere in Europa nie dagewesene Aufbauleistungen erforderlich. Die Unternehmen mußten keine Milliarden für Werbung ausgeben, um Bedarf für ihre Produkte zu wecken. Es wurde produziert, was gebraucht wurde, und gebraucht wurde alles. Der Bedarf war da, die Wirtschaft lief. Diese Voraussetzungen sind heute auch im Westen fraglos nicht mehr gegeben. Der Wohlstand schrumpft gemeinsam mit der Mittelklasse.

Wer sich angesichts dieser Ausblicke fragt, wohin er zumindest einen Teil seines Vermögens in Sicherheit bringen kann, für den ist Brasilien und insbesondere brasilianische Immobilien eine ernstzunehmende Option.

Geben wir uns keinen Illusionen hin: Immobilien sind über die Grundbücher staatlich erfaßt und können und werden daher im Ernstfall mit staatlichen Abgaben, etwa Zwangshypotheken, belegt werden. So geschehen zum Beispiel in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg. Aber im Gegensatz zu Geldguthaben oder Aktien entwerten sie sich nicht völlig. Wer damals Immobilien sein Eigentum nennen konnte, stand noch immer relativ gut da. Insbesondere galt dies für landwirtschaftlich nutzbare Immobilien. Ein Totalverlust durch eine staatliche Landnahme in Form der Enteignung ist nicht zu erwarten, da insbesondere der brasilianische Staat auch im schlimmsten Ernstfall kein Interesse daran haben wird, Land zu enteignen, da es in Brasilien an Land wahrlich nicht mangelt und eine solche Maßnahme staatliche Finanzprobleme in keinem Fall lösen würde.

Sie müssen ja nicht gleich auswandern, aber wer vorhat, im Anblick der Weltlage sein Vermögen ein wenig zu streuen, kann in Brasilien durchaus das eine oder andere Schnäppchen machen. Der Wechselkurs des brasilianischen Real zu Euro und Dollar ist günstig, und die Immobilienpreise sind in den letzten Jahren von einem übertrieben hohen Niveau wieder in den Bereich des Erschwinglichen gefallen und fallen weiter.

Masseneinwanderung aus Venezuela und ihre Konsequenzen

Brasilien steht  vor der Herausforderung einer seit Monaten anhaltenden Masseneinwanderung über die noch offenen Grenzen des im Norden gelegenen Bundesstaates Roraima. Obwohl die Zahlen sich längst nicht mit der aktuellen Einwanderung in einige Länder Westeuropas vergleichen lassen, fühlen sich die Brasilianer im Norden des Landes durch die derzeit stattfindende Masseneinwanderung von mittellosen Venezolanern überrannt.

Die Auswirkungen auf das fünftgrößte Land der Erde mit seiner relativ dünnen Besiedlung und großen brachliegenden Landflächen, sowie den größten flüssigen Süßwasserreserven der Welt, ist dabei nicht annähernd so gesellschaftsverändernd wie andernorts, zumal es nicht über dieselben vergleichsweise üppigen Sozialsysteme verfügt wie die derzeitigen Haupteinwanderungsländer in Europa.  Zudem handelt es sich bei den Migranten um Personen derselben Religion und desselben europäisch-indigenen Kulturkreises wie auch im brasilianischen Norden, was eine Eingliederung wesentlich vereinfacht.

Dennoch wird sich die gesellschaftliche Diskussion auf die derzeit noch liberalen brasilianischen Einwanderungsgesetze im Sinne einer zu erwartenden weiteren Verschärfung auswirken. Eine Tendenz, die sich in den vergangenen Jahren ohnehin beobachten ließ: Während zum Beispiel im Jahre 2000 die Investitionssumme für das brasilianische Investorenvisum noch bei brasilianische Reais (R$) 150.000,- lag, so wird hierfür nunmehr eine Investition in Höhe von R$ 500.000,- verlangt, was allerdings teilweise auch der Inflation der brasilianischen Währung geschuldet ist.  Wer sich mit dem Gedanken trägt, nach Brasilien auszuwandern, sollte diese Pläne nicht auf eine allzu lange Bank schieben.

Romantische Wegbeschreibung

Wie andere Kanzleien auch, nehmen wir junge Juristen aus Deutschland zur mehrmonatigen Ausbildung auf. Wir tun dies gern, denn auf diese Weise bricht der Kontakt unserer Kanzlei mit den Juristen des sich gesellschaftlich und gesetzlich stetig wandelnden Deutschland nicht ab. Das „junge Blut“ hilft uns dabei, den Anschluß zur Heimat nicht zu verlieren. Diese sogenannten Rechtsreferendare sind junge Menschen voller oft brauchbarer Ideen und die eine oder andere davon ist auch schon in unsere Arbeit eingeflossen. So ist zum Beispiel unsere Hauptseite im Wesentlichen von einem ideenreichen Rechtsreferendar aus Deutschland während seines viermonatigen Aufenthalts in unserer Kanzlei konzipiert worden. Es gab auch noch andere Ideen, zum Beispiel für eine bilderreiche Wegbeschreibung für die Anfahrt zu unserem Büro, die dabei einen Teil der Schönheit der Altstadt zeigt, in der unsere Kanzlei untergebracht ist. Dies wurde dann aber zugunsten eines eher nüchtern standardisierten Designs unter Verwendung von Google Maps verworfen. Hier im Blog möchte ich diese Idee aber präsentieren. Schlendern sie doch einmal anhand der Bilder von der sogenannten „Oberstadt“ zu unserer Kanzlei in der „Unterstadt“ und bekommen Sie dabei ein Gefühl für die Schönheiten von Salvador da Bahia (und das gleich zweisprachig):

Nur einen Steinwurf vom historischen Zentrum Salvadors, dem berühmten Pelourinho, entfernt, befindet sich die Kanzlei Bernardo im Herzen des geschäftigen Comércio, dem alten Handelszentrum von Salvador.

Just a short hop from the historical center of Salvador, the well known Pelourinho, Bernardo law firm is located right in the heart of the old commercial center of Salvador, the Comércio.

 

Am Praça Municipal befindet sich der Eingang zum Aufzug Lacerda, der die Oberstadt (Pelourinho) mit der Unterstadt (Comércio) verbindet.

At the Praça Municipal you find the Elevator Lacerda which connects the Upper City (Pelourinho) with the Lower City (Comércio).

 

 

Von hier aus können Sie unser Büro bereits sehen.

From up here you can already see our office.

 

 

Fahren Sie mit dem Aufzug hinunter und gehen Sie rechts am Mercado Módelo vorbei, in dem in über 60 Ständen Kunsthandwerk und afro-brasilianische Souvenirs aller Art verkauft werden.

Take the elevator and pass on the right hand sight the Mercado Módelo, a handicrafts market with more than 60 stalls for all kind of afro-Brazilian souvenirs.

 

 

In der Rua da Bélgica 10, direkt vor dem Terminal Maritimo, an dem die Fährboote auf die Insel Itaparica ablegen, finden Sie unsere Kanzlei im zehnten Stock dieses Gebäudes.

In Rua da Bélgica 10, right in front of the Terminal Maritimo, from where the ferry leaves to the Isle of Itapatica, you will find our law firm in this building on the 10th floor.

 

 

Von hier aus können Sie den beeindruckendem Blick auf über die Altstadt, die Marina mit ihren Jachten, das Forte São Marcelo und über die weite Bucht Baía de Todos os Santos genießen.

 From up here you can enjoy an amazing view ovelookingr the old town, the Marina with its beautiful yachts, the Forte São Marcelo and the wide bay Baía de Todos os Santos.

„LULA“

Aus  Anlaß der erfolgten Abweisung eines weiteren Rechtsmittels das die Rechtsanwälte des ehemaligen brasilianischen Staatspräsidenten Luis Inácio Lula da Silva (von seinen vielen Anhängern liebevoll „Lula“ genannt) gegen die Vollstreckung seiner  Verurteilung  eingelegt hatten, möchte ich die Einschätzung abgeben, daß dies Grund zur Hoffnung gibt. Die Bedeutung der Entscheidung liegt vor allem darin, daß dies eine erneute Kandidatur und entsprechenden Wahlsieg des bei großen Schichten des brasilianischen Volkes überaus beliebten Politikers mit hoher Wahrscheinlichkeit ausschließt, wenn auch die endgültige Entscheidung darüber erst bei formeller Einreichung seiner Kandidatur getroffen werden wird. Die Verhinderung einer erneuten Kandidatur des Ex-Präsidenten ist meines Erachtens von größter Wichtigkeit für die Erholung des Landes, das nunmehr (wie viele andere auch) in einer tiefen wirtschaftlichen und politischen Krise steckt, obwohl es unter Lulas Vorgänger Fernando Henrique Cardoso vergleichsweise gut aufgestellt war. Als Beispiele der Gründe für meine positive Beurteilung der Regierungszeit „FHC“s sollen die Zügelung der galoppierenden Inflation durch den „Plano Real“, das Aufblühen des Tourismus, die Einführung zahlreicher Sozialleistungen, die Verleihung des Investment Grades unter Lula als Folge der zuvor vollbrachten Reformleistungen, sowie diverse Privatisierungen dienen, alles Errungenschaften der Politik von Lulas Vorgänger FHC.

Was hat Lula zu verantworten? Abgesehen von der  ausbeuterischen Selbstbedienungsmentalität der politischen Klasse, die, wie ich betonen möchte, auch in vielen anderen Ländern zu beklagen ist, hat Lula das Land auf Kosten des dauerhaft abstiegsgefährdeten brasilianischen Mittelstandes zu einer kurzlebigen Scheinblüte geführt, indem er zwar einerseits die staatlichen Transferleistungen an die armen Bevölkerungsschichten erhöht, insbesondere aber die ohnehin schon überbordende Staatsquote weiter aufgebläht hat. Brasilien ist mit einem übermäßig großen, teuren und ineffektiven öffentlichen Sektor geschlagen, der weiter wächst und schon lange unbezahlbar geworden ist, wie man an bankrotten Staaten wie Rio de Janeiro leicht erkennen kann. Lula hat mit seiner Partei „PT“ virtuos den für sozialistisch ausgerichtete Regierungen üblichen Stimmenkauf mit Staatsgeldern betrieben und dabei die Staatskasse auf allen politischen Ebenen geplündert, wie mittlerweile ja auch gerichtlich  hinlänglich erwiesen ist.

Das grundsätzliche Problem, daß der Staat im Vergleich zu der ihn tragenden Privatwirtschaft viel zu groß ist und immer weiter wächst, ist in Brasilien leider ausgeprägter als in vielen anderen Ländern.

Es soll hier aber aufgrund des spezifischen Fokus dieses Blogs nicht unerwähnt bleiben, daß die Krise für Ausländer in vielerlei Hinsicht eine Gelegenheit bedeutet, da die zu Lulas Zeiten völlig überbewerteten brasilianischen Immobilien und die brasilianische Währung „Real“ nun erneut realistisch bemessen werden. Seit der „Bankenkrise“ (eher Mißwirtschaftskrise) von 2008, mit der die Welt wie schon so oft aus den USA beglückt wurde, ist es in Europa und USA, abgesehen vom risikobehafteten Aktienmarkt, schwer geworden lohnende Anlagen zu finden.

Brasilianische Immobilien sind sicher und werthaltig, mir ist es in den über 20 Jahren meiner Tätigkeit in Brasilien noch nicht untergekommen, daß ein Ausländer, der brasilianische Immobilien erworben hat, damit Verlust gemacht hätte. Ganz im Gegenteil, vielen Ausländern war es in der Vergangenheit möglich gewesen, die Immobilien zu einem günstigen Wechselkurs, also starke Eigenwährung im Vergleich zum Real, und dabei niedrigem Grundstückspreis zu kaufen und anschließend zu einem wiederum günstigen Wechselkurs, diesmal entgegengesetzt, nämlich starker Real im Vergleich zur Eigenwährung, und hohem Preis, wieder zu verkaufen, wodurch gleich ein doppelter Gewinn erzielt wurde. Die hier von mir getroffene Aussage, daß man mit brasilianischen Immobilien sicher fährt, gilt natürlich nur, insofern der Erwerb nach den Regeln der Kunst, also juristisch korrekt, durchgeführt wurde. Leider werden von euphorischen ausländischen Käufern häufig die Vorsichtsmaßnahmen, die sie im eigenen Land wie selbstverständlich beachten würden, außer acht gelassen. Oft werden solche Geschäfte von unbedarften Ausländern im Eifer des Gefechts „per Handschlag“, also ohne Rechtsanwalt und Notar auf Risiko vorgenommen. Machen Sie sich keine Illusionen: Geld, das sie bei einem Immobilienkauf einmal bezahlt haben, werden Sie, wenn sich anschließend herausstellt, daß die Immobilie mit ihren Wert stark beeinträchtigenden rechtlichen oder tatsächlichen Mängeln behaftet ist, nicht zurückerhalten. Darauf abzielende langwierigere und kostspielige Gerichtsverfahren werden in aller Regel ins Leere gehen, da der brasilianische Verkäufer das Geld üblicherweise bereits ausgegeben haben wird, um seine Schulden zu tilgen und es in der Familie zu verteilen. Vergessen Sie bitte nicht, daß die meisten Menschen ihre Immobilien verkaufen, weil sie sich in einer wirtschaftlichen Situation befinden in der sie Geld brauchen. Das gilt ganz besonders für die „Gelegenheiten“.

Warum Südamerika? – Eine Erfolgsgeschichte:

Tendenziell stehen die europäischen Medien der Auswanderung von Europäern kritisch gegenüber. Häufig herrscht in den einschlägigen Reportagen der Geist vor, daß es für Europäer außerhalb Europas und vielleicht noch Nordamerikas nichts zu gewinnen gäbe. Oft werden in den meist als Serien produzierten Reportagen des „Auswanderungsgenres“ völlig unvorbereitete und finanziell zu schwach ausgestattete Auswanderer begleitet, die dann auch entsprechend oft scheitern. Jedoch, anders als die Mainstreammedien Sie glauben machen wollen, findet europäische Auswanderung nach Lateinamerika seit dem frühen 19. Jahrhundert äußerst erfolgreich statt. Die „Neue Welt“ enttäuschte die meisten Zugewanderten nicht. Europäische Auswanderung nach Südamerika fand zunächst vornehmlich nach Brasilien, Argentinien und Chile statt, wobei diese Einwanderungen zumeist recht positiv verliefen: Deutschstämmige Einwanderer stellen so zum Beispiel einen überdurchschnittlich hohen Anteil der Akademiker, Unternehmer und Mittelklasse in Brasilien mit überdurchschnittlich hohem Einkommen und Bildungsgrad, sowie weit unterdurchschnittlicher Arbeitslosenquote. Deutschstämmige Gemeinden im Süden Brasiliens, wie etwa Blumenau oder Pomerode, haben sich unter Bewahrung ihrer Traditionen hervorragend in die brasilianische Gesellschaft integriert und traditionelle deutsche Volksfeste, wie etwa das seit 1984 auch in Blumenau im südlichen Bundesstaat Santa Catarina gefeierte Oktoberfest, erfreuen sich unter den Brasilianern zunehmender Beliebtheit und entsprechend großem Andrang. Deutsches Bier genießt einen hervorragenden Ruf, ebenso wie deutsche Waren und Dienstleistungen ganz allgemein.

Mit den Ex-Staatspräsidenten Ernesto Geisel und Fernando Collor de Mello, gelangten Deutschbrasilianer gar in das höchste Staatsamt, und der Deutschbrasilianer Oscar Niemeyer hat bei der Erbauung der Hauptstadt Brasília seine architektonische Handschrift hinterlassen. Die deutschen Einwanderer entfalten auch sonst ihren Einfluß in der brasilianischen Gesellschaft: immerhin ist auch das brasilianische Supermodel Gisele Bündchen Deutschbrasilianerin, ebenso wie die Schauspielerinnen Vera Fischer und Caroline Dieckmann, der Tennisspieler Gustavo Kuerten, Model und Fernsehmoderatorin Ana Hickmann und die jahrzehntelange Fernsehmoderatorin Xuxa Meneghel, um nur einige zu nennen.

Das von deutschen Einwanderern in Bahia, Brasilien gegründete Bauunternehmen „Norberto Odebrecht“ ist das größte in Südamerika und zählt zu den größten weltweit. Die Firma ist zwar schlecht beleumundet, seit erwiesen ist, daß sie in großem Stil Bestechungszahlungen an brasilianische Politiker aller Fraktionen geleistet hat. Jedoch, als Familienunternehmen das Verantwortung gegenüber seiner Belegschaft trägt und für seine wirtschaftliche Existenz auf den Erhalt staatlicher Aufträge angewiesen ist, zähle ich solche Firmen eher zu den Opfern eines flächendeckenden staatlich  installierten Korruptionssystems. Ich zitiere sie daher dennoch, schließlich bleibt sie ein Beispiel für den kometenhaften unternehmerischen Aufstieg deutscher Einwanderer innerhalb weniger Generationen.

Der Bundesstaat São Paulo mit der gleichnamigen Metropole ist nach dem Ruhrgebiet der größte deutsche Industriestandort und verfügt über die weltweit größte deutsche Außenhandelskammer. Fast alle deutschen Industrieunternehmen von Weltrang besitzen in Brasilien eine Niederlassung.

In heutiger Zeit haben etwa 10 Prozent der Brasilianer deutsche Vorfahren, die vor allem in den südlichen Bundesstaaten Rio Grande do Sul, Santa Catarina und Paraná, aber auch in São Paulo, Rio de Janeiro und Espírito Santo leben. Deutsche Kultur und Traditionen werden in Brasilien vorbehaltlos anerkannt, auch bezüglich der jüngeren deutschen Geschichte sind die Südamerikaner generell verzeihender eingestellt als die Europäer.

Brasilien verfügt über die weltweit größten Süßwasserreserven und über enorme bisher noch ungenutzte Flächen fruchtbaren Landes. Im Gegensatz zu den meisten europäischen Nationen verfügt Brasilien ganz allgemein über gewaltige Naturresourcen und eine deutlich jüngere Bevölkerung, sowohl klimatisch als auch landschaftlich ist von Nord nach Süd für jeden etwas dabei. Der EURO steht günstig zum brasilianischen Real und die Grundstückspreise fallen. Grundstücke zu erwerben ist mit der entsprechenden Beratung sicher und selbst in Abwesenheit relativ einfach. Die Zinsen sind hoch, wo anderswo Nullzinspolitik betrieben wird. Wenn man über Gesellschaftsanteile an einer brasilianischen Firma verfügt, ist es derzeit noch recht einfach, Geldvermögen als Kapitaleinlage oder Kapitalerhöhung aus dem jeweiligen europäischen Land nach Brasilien zu transferieren. Solche Gesellschaftsanteile zu erwerben ist derzeit auch noch leicht zu machen. Das wird nicht immer so sein. Die Tendenz geht weltweit leider dazu, daß man über sein Geld immer weniger frei verfügen kann.

Zwar ist seit dem 17. Jahrhundert vornehmlich Nordamerika ein klassisches Einwanderungsziel für Europäer gewesen, mit ebensolchen Erfolgsgeschichten. In jüngster Zeit leidet die nordamerikanische Gesellschaft jedoch unter denselben strukturellen und sozialen Problemen wie Europa, was für Auswanderer aus dem alten Kontinent nunmehr keine wesentliche Veränderung der Lebensumstände mehr erwarten läßt. In den USA werden europäische Auswanderer heutzutage daher im Wesentlichen das vorfinden, was Sie in Europa hinter sich lassen wollen.

Anders als in den meisten asiatischen oder sozialistischen Ländern ist Ausländern der Erwerb von Eigentum an Immobilien und Unternehmen in Brasilien möglich. Auch Aufenthalts- und Arbeitserlaubnisse werden unter den richtigen Umständen erteilt. Die Durchdringung der überwiegend europäisch geprägten Gesellschaften Lateinamerikas gestaltet sich für den europäischen Einwanderer einfacher als bei den streng traditionell ausgerichteten Gesellschaften Asiens, wo viele Ausländer Zeit ihres Lebens als Fremdkörper einer Parallelgesellschaft angehören. Insbesondere Brasilien hat als katholisch geprägtes Land eine starke europäische Tradition, die das Einleben sehr erleichtert, wenn man es zum Beispiel mit klassischen Rentnerzielen wie Thailand, Türkei etc. vergleicht.

Wie aufgezeigt, war die europäische Einwanderung nach Lateinamerika in der Vergangenheit ein Erfolgsunternehmen. In einer mit mehr als 7 Milliarden Menschen im Prinzip überbevölkerten Welt und dem weiterhin exponentiellen Anstieg der Menschheit, haben sich allerdings auch in den klassischen Einwanderungsländern Südamerikas die bürokratischen Hürden stetig erhöht. Während zum Beispiel im Jahre 2000 die Investitionssumme für das brasilianische Investorenvisum noch bei brasilianische Reais (R$) 150.000,- lag, so wird hierfür nunmehr eine Investition in Höhe von R$ 500.000,- verlangt, was allerdings zu einem Teil auch der Inflation der brasilianischen Währung geschuldet ist. Der Zeitfaktor spielt somit eine wichtige Rolle bei der Abwägung, ob und wo man einwandert, denn in jüngster Zeit kehren sich die Zuwanderungsströme teilweise um: Einwohner afrikanischer Staaten wandern vermehrt in Europa ein, Europäer wiederum, die in den letzten fünfzig Jahren eher eine Zuwanderung aus den früher zumeist armen südamerikanischen Staaten erlebt hatten, machen sich ihrerseits wieder verstärkt dazu auf, den Atlantik zu überqueren. Außerdem handelt es sich bei diesen Wanderungsbewegungen zunehmend um ein Massenphänomen. Daher werden die entsprechenden Zuwanderungsländer früher oder später alle mit gesetzlichen Zuzugsbegrenzungen reagieren. Das ehemalige Einwanderungsland Australien ist ein Paradebeispiel dafür, wie restriktiv solche Maßnahmen dann sein können. Man sollte sich also rechtzeitig zu diesem Schritt entschließen und sich dann durch umfassende und gründliche Information gut vorbereiten. Für Brasilien stehen wir Ihnen dabei gerne zur Seite.

Übernahme von Gerichtsverfahren in ganz Brasilien!

In Brasilien werden Gerichtsverfahren zunehmend digitalisiert. Das bedeutet, daß nun die Einreichung etwa einer Klage und die Eingabe von Schriftsätzen, Beweismitteln wie Fotos, Dokumente etc., sowie die anschließende Begleitung des Verfahrens sämtlich über das Internet über spezielle Anwaltsportale erfolgt. Die entsprechende Umstellung von herkömmlichen „physischen“ Verfahren auf digitale Verfahren geht dabei schnell vor sich. Dies hat zur Konsequenz, daß für brasilianische Anwälte, deren Zulassung grundsätzlich die Tätigkeit im gesamten brasilianischen Staatsgebiet erlaubt, die Übernahme von Verfahren überall im riesigen Land sehr viel einfacher geworden ist, da eine Präsenz nur noch bei den wenigen Verhandlungsterminen erforderlich ist. Entsprechend können auch unsere Anwälte nun Gerichtsverfahren in ganz Brasilien übernehmen.

Über diesen Blog

Willkommen im Blog der Kanzlei Bernardo. Was werden wir an dieser Stelle bieten?

Wie es auf den Seiten mittelständischer Unternehmen wie dem unseren üblich ist, werden auch wir uns selbst, also unsere Mitarbeiter, Kompetenzen und Dienstleistungen darstellen, zusätzlich wollen wir dem geneigten Publikum aber auch unser wunderbares Gastland, den grünen Riesen Brasilien erklären und näherbringen.
Wir wollen hier also nicht nur für unsere Kanzlei, sondern auch für ein Land werben, das leider in den Medien oft falsch verstanden und daher unrichtig dargestellt wird.
So werden wir hier Neuigkeiten aus der brasilianischen Gesellschaft, Politik und Gesetz darstellen und kommentieren. Auch wollen wir Beiträge einstellen, die zu den neuesten Entwicklungen der brasilianischen Wirtschaft und Rechtslage Stellung nehmen. Als Kenner vor Ort wollen wir uns als alternative Quelle für Informationen aus Brasilien etablieren, werden das aber  wohlgemerkt aus unserem subjektiven Horizont und unserer eigenen Interessenlage folgend tun. Wir werden uns  also weder umfassend noch regelmäßig äußern, melden uns aber immer dann, wenn wir der Ansicht sind, dazu sollten wir etwas sagen.
Wie bereits dargestellt, wollen wir mit den Beiträgen in diesem Blog auch ein besseres Verständnis für Brasilien fördern. Dies deshalb, weil wir zunehmend den Eindruck haben, daß Brasilien in den Medien derzeit etwas unfair behandelt, insbesondere übertrieben negativ dargestellt wird. Dem dadurch entstehenden falschen Eindruck möchten wir hier entgegenwirken.
Außerdem werden wir bestimmte rechtliche Themengebiete auf denen wir tätig sind, wie Firmengründung, Aufenthaltserlaubnis, Nachlaßverfahren oder Immobilienerwerb eingehender behandeln. Während unserer langjährigen Arbeit in Brasilien mit speziellem Fokus auf die rechtlichen Bedürfnisse von Ausländern, haben wir uns natürlich hauptsächlich mit solchen Rechtsgebieten befaßt, die im Interesse der Mandantschaft lagen, so wie die oben erwähnten, wo wir entsprechend vertiefte Kenntnisse erworben haben.

Zu uns:

Unsere Kanzlei entstand bereits 1997 in Salvador da Bahia, der Hauptstadt des Bundesstaates Bahia im Nordosten Brasiliens. Für Brasilien sind wir erfahrene Spezialisten und zudem werden Sie bei uns von deutschsprachigen Anwälten betreut, die aufgrund ihrer Kanzleistruktur vor Ort das Besprochene anschließend auch zuverlässig umsetzen können. Da wir selbst seit Jahren in Brasilien leben, kennen wir die den Mandanten dort bevorstehenden Herausforderungen und wissen sie zu meistern.
Als einzige auf ausländische Mandanten ausgelegte Full-Service-Kanzlei mit internationaler Besetzung und einem in Deutschland zugelassenen Rechtsanwalt im Bundesstaat Bahia bieten wir für unsere Mandanten Beratungsleistungen in allen Angelegenheiten des deutsch-brasilianischen Rechts und der lokalen Verwaltungspraxis. Insbesondere begleiten wir Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum bei der Planung und Durchführung von Handels- und Investitionsprojekten.

Zu Brasilien:

In letzter Zeit gerät Brasilien immer wieder wegen Themen wie Kriminalität, Korruption und Gewalt in die Schlagzeilen. Das ist jedoch viel zu einseitig und überzeichnet: In Salvador zum Beispiel, ist es in der Regel nicht gefährlicher als in der Frankfurter Innenstadt. Der Großteil der Kriminalität spielt sich in Brasilien nämlich unter Kriminellen, vorwiegend in der Drogenszene ab und ist zudem auf bestimmte, leicht zu vermeidende Ort wie eben die berühmt-berüchtigten Favelas konzentriert. Sozialromantiker aus aller Welt suchen Favelas in Kenntnis des entsprechenden Risikos trotzdem auf und den meisten geschieht nichts.
Wollen wir realistisch sein: Was die Sicherheit anbelangt, können Sie auch in Paris, New York oder Berlin nicht einfach so zu jeder Stunde in jedes Viertel gehen. Insofern kommt uns die Berichterstattung über Brasilien auch ein wenig unfair vor. Aufgrund der demographischen Entwicklung vertreten die Regierungen in Europa ja seit längerem fast unisono die Ansicht, daß ihre Völker schwinden und überaltern. Kann es da sein, daß mit unfairen Tricks gespielt wird, um die Leute im Land zu halten?

Unsere Sichtweise: Brasilien ist ein wunderbares Land von großer Schönheit.
Trotz der Korruption, die sich aber leider auch in vielen anderen Ländern zunehmend findet, ist Brasilien eine seit über 30 Jahren stabile Demokratie. Zudem muß man den Brasilianern fairerweise zugute halten, daß sie seit geraumer Zeit dabei sind, mit ihrer Korruption aufzuräumen und daher in dieser Hinsicht anderen Ländern sogar als Vorbild gelten können. Erst vor Kurzem wurde die Verurteilung des Expräsidenten Lula wegen Korruption und Geldwäsche bestätigt und von 9 Jahren und 6 Monaten auf 12 Jahre und 1 Monat erhöht!
Brasilien ist zudem in vielerlei Hinsicht ein ruhiges Land: Keine Tsunami, keine Erdbeben, keine Aufstände, keine Rebellen und Terroristen und daher auch keine terroristischen Anschläge, wie sie in Europa oder den USA mittlerweile zur traurigen Realität gehören.
Brasilien verfügt noch immer über riesige brachliegende fruchtbare Landflächen und über die größten Süßwasservorräte der Welt, was in nicht allzu ferner Zukunft, auf einem Planeten auf dem derzeit 7,6 Milliarden Menschen leben, mit schnell steigender Tendenz, von größerer Bedeutung sein wird als Öl.
In Brasilien kann man zudem auch legal einwandern ohne politisch verfolgt zu sein. Versuchen Sie das derzeit mal in Neuseeland oder Australien. Selbst die USA als klassisches Einwanderungsland für Europäer ist in dieser Hinsicht schwierig geworden. Brasilien hat außerdem eine europäisch geprägte Gesellschaft mit moderner Gesetzgebung mit dem nötigen Respekt für Homosexuelle, Frauen, unterschiedliche Rassen und Religionen.
In Brasilien zu leben ist auch durchaus komfortabel, denn die Dinge, auf die es im täglichen Leben ankommt, funktionieren: Öffentliche Verkehrsmittel, Strom- und Wasserversorgung, Paket- und Postzustellung, schnelles Internet, kulinarisch abwechslungsreiche Küche mit vielfältigem Angebot und funktionierender Sanitärkontrolle. In brasilianischen Bars und Restaurants zubereitete Speisen können unbedenklich verzehrt werden und auch in den brasilianischen Tropen muß man auf Eis in seinem Drink nicht verzichten…